Luft

In den 1950er Jahren war Luftverschmutzung allerorten spür- und sichtbar. Staub und Rauchgase lagen wie Glocken über Ballungszentren und Industriestandorten.

Bereits in ihrem Gründungsjahr nahm sich die IPA des Themas an. 1954 legte sie einen „Entwurf eines Gesetzes zur Reinhaltung der Luft in Industriegebieten“ vor. Dabei hatte die IPA Privathaushalte und Industrie ebenso im Blick wie das wachsende Verkehrsaufkom­men. Doch der Widerstand gegen ein eigenständiges Luftreinhaltege­setz war groß. Er kam vom Bundesarbeitsminister, vom Wirtschafts­aus­schuss des Bundestags und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Die IPA versuchte daher parallel, das Problembe­wusst­sein auch bei den Verursachern zu schärfen. Angeregt durch die IPA gründete der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) im November 1955 einen „Ausschuß für Fragen der Reinhaltung der Luft“. Durchsetzen konnte die IPA schließlich eine „kleine Lösung“: Die Änderung der Gewerbeordnung und des Bürgerlichen Gesetzbuches.

Nicht zuletzt durch die IPA war der Kampf um saubere Luft politisch salonfähig geworden. 1961 zog Willy Brandt mit dem Slogan „Der Himmel über dem Ruhrgebiet muß wieder blau werden“ in den Wahlkampf.