Raumordnung

In den 1950er Jahren veränderten sich die Ansprüche an die Landschaft rasant: Industrien forderten Flächen und Infrastruktur, die Automobilisierung neue Verkehrswege, Städte und Gemeinden wuchsen, der Verlust von Agrarflächen im Osten musste innerhalb der neuen Grenzen aufgefangen werden.

Um Einzelinteressen und kurzsichtigen Planungen entgegenzuwirken und nachhaltigen Konzepten mit Blick auf regionale Entwicklungen, Landes- und Bundesinteressen eine Chance zu geben, strebte die IPA die Verabschiedung eines Raumordnungsgesetzes an. Gemäß ihrer Ziele sollte dieses auch Naturschutzbelange sowie die Reinhaltung von Wasser und Luft berücksichtigen.

Der Weg zu einem solchen Gesetz war steinig. Landespolitiker fürchteten um Einfluss und allein die Idee eines „Planes“ stieß in den 1950er Jahren auf Kritik. Zu sehr war der Begriff mit den Vierjahres­plänen der Nationalsozialisten und der sozialistischen Planwirtschaft verknüpft. Doch die Beharrlichkeit der IPA zahlte sich aus. Nachdem 1955 ein erster Vorstoß gescheitert war, führten die weiteren Debatten schließlich 1965 zu einem Bundesraumordnungs­gesetz, in dem die Reinhaltung von Wasser und Luft sowie der Schutz von Natur und Landschaft verankert waren.