Kernenergie

Das Ziel der zivilen Nutzung der Kernenergie stieß in den 1950er Jahren kaum auf Widerstand. Viele verbanden damit die günstige Erschließung einer unerschöpflichen Energiequelle. Während Pläne zur atomaren Bewaffnung der Bundeswehr zu großen Demonstrati­onen führten, rief die Suche nach Reaktorstandorten nur vereinzelt Proteste hervor.

Bis zur Wiedererlangung der Souveränität 1955 war es Deutschland weitestgehend verboten, Forschungen auf dem Gebiet der Kern­energie durchzuführen. Die politische Diskussion auch um die zivile Nutzung der Kernenergie war daher von hohem symbolischem Wert, Kernforschung wurde zu einer nationalen Frage. Wie andere politische Kreise auch, suchte die IPA bei der Kernenergie den Anschluss an den wissenschaftlichen Stand und die wirtschafts­politische Entwicklung der europäischen Nachbarländer. Die IPA wollte das Thema der friedlichen Nutzung der Kernenergie politisch voranbringen. Sie sammelte Informationen zum technischen Knowhow sowie zum Strahlenschutz und forderte ein Kernenergie­gesetz. Als die Atomdebatte jedoch zunehmend politisiert und öffentlich ausgetragen wurde, zog sich die IPA aus ihr zurück. Die wissenschaftliche Dokumentation setzte sie fort.