Lärm

Der Wiederaufbau nach dem Krieg brachte allerorten Gewerbe- und Baulärm, der Ausbau von Verkehrswegen und der Einsatz von Düsenflugzeugen neue Lärmbelästigungen. Mobile Kofferradios und Mehrklanghupen trugen zur allgemeinen Geräuschkulisse im öffentlichen Raum bei.

Ab welchem Ausmaß ist Lärm eine Belästigung? Ab wann ist er gesundheitsschädlich? Wie konnte man zu abgesicherten Grenzwerten kommen? Mussten neue Gesetze zur Durchsetzung der Lärmminderung erlassen werden oder mussten nur die vorhandenen Verordnungen besser ausgeschöpft werden? Diese Fragen waren von Wissenschaft und Politik zu klären. Auch hier wurde die IPA früher als andere aktiv.

1965 legte sie einen Entwurf für ein Gesetz zur Bekämpfung des Baulärms vor, für den eine erfolgreiche fraktionsübergreifende Initiative im Bundestag erreicht wurde. Ein Jahr später lag der Entwurf eines Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm vor. Die Durchsetzung dieses Gesetzes erwies sich als weitaus schwieriger. Nach langwierigen Beratungen in den zuständigen Bundestagsaus­schüssen und etlichen Modifikationen wurde es in abgeschwächter Fassung 1971 verabschiedet.