Martin Hirsch

Martin Hirsch stand der IPA von 1969 bis 1972 vor. Er war der erste IPA-Vorsitzende aus den Reihen der SPD.

Martin Hirsch wurde 1913 in Breslau geboren. Bereits in seiner Schulzeit betätigte er sich politisch im Sozialistischen Schülerbund, als Student im Sozialistischen Hochschulbund. 1939 schloss Hirsch sein Studium der Rechtswissenschaften ab. 1941 wurde er einge­zogen und geriet 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Bereits 1945 trat er in die SPD Bayern ein. Als Justiziar war er mit der Flüchtlingsbetreuung und Versorgung ehemaliger KZ-Häftlinge beauftragt und über die US-Militärregierung in Entnazifizierungsver­hand­lungen eingebunden. Hirsch war zunächst kommunalpolitisch aktiv, zog 1954 in den Bayerischen Landtag ein und 1961 in den Bundestag. 1966 wählte die SPD ihn zum stellvertretenden Vorsitzenden. Hirsch galt als führender Rechtspolitiker der SPD. Nach seiner politischen Karriere war Hirsch Richter am Bundesverfassungsgericht. Auch in dieser Funktion bezog er politisch Stellung. Seine Positionen z. B. zur Einführung der Vorbeugehaft oder zur Unterstützung von Hausbesetzern riefen oft Widerspruch auch in der eigenen Partei hervor. Martin Hirsch starb 1992 in Berlin.