Die Sammlung - Japann

 

Die schöne Okita  

Die schöne Okita
Kitagawa Utamaro (1750-1806)
Farbholzschnitt mit Mica-Glimmergrund
Ôban, 37, 9 cm x 25, 2 cm
Japan, Edo-Zeit, um 1793
Signatur: Utamaro hitsu
Zensurstempel: Kiwame
Verlegermarke: Tsutaya Jûzaburô
Ankauf aus Mitteln der Nordrhein-Westfalen-Stiftung und des Fördererkreises des Museums für Ostasiatische Kunst
Inv. Nr. R 89, 1

Die schöne Okita arbeitete als Bedienerin in einem Teehaus, zu dessen Attraktionen sie zusammen mit ihrer Kollegin Ohisa gehörte. Okita und Ohisa waren keine Geishas, sondern Serviererinnen, wie sie in den zahlreichen Teebuden und Straßenrestaurants in Edo anzutreffen waren. Die beiden Mädchen, die in den 1790er Jahren zu den berühmten Schönheiten von Edo zählten, sind auf zahlreichen Blätern von Utamaro dargestellt. Hier serviert die schöne Okita eine Schale Tee auf einem Lacktablett. Das Gedichtblatt links oben in der Form eines länglichen Tanzaku-Blatts enthält ein mit dem Künstlernamen Katsura Mayazumi signiertes Gedicht mit zahlreichen Wortspielen, in denen die Schönheit der Okita gepriesen wird. Es heißt:

Bei der Rast im Teehaus Naniwaya sieht man, wie im Hafen von Naniwa (heute Ôsaka) zahllose Wanderer wie einlaufende Schiffe hierherkommen, (um Okita zu bewundern).

Ôkita ist als Halbfigur (hanshin) dargestellt. Sie trägt ein zartgraues, sommerliches Obergewand mit einem weißen Muster von Paulownia-Blüten (kiri) und eine breite schwarze Schärpe (obi) mit grauem Rankenmuster (karakusa). Darunter sind das hellrote Obi-Band und eine grüne Schürze zu erkennen. Ihre kunstvolle Frisur ist mit Kamm und Haarnadeln aus Bambus hochgesteckt; ein hoher Knoten wird von einem roten Band mit einer kleinen Schleife gehalten.

Das Blatt besticht durch die zurückhaltende Eleganz von Komposition und Farben. Die zarte Gestalt der Okita steht vor hellgrau schimmerndem Glimmergrund. Der Kopf ist leicht geneigt, die Nackenlinie fein gezogen. Das Gesicht mit dem winzigen roten Mund und den geschwungenen Augen und Augenbrauen ist mit wenigen Linien charakterisiert. Das Bildnis der schönen Okita gehört zu den eindrucksvollsten Frauenportäts aus der reifen Phase von Utamaro. Utamaro, Maler und Holzschnittzeichner, war seit 1775 Schüler des Toriyama Sekien (um 1712-1788) und zeichnete unter dem Namen Toyoaki Buchillustrationen und Schauspielerporträts. 1780 wurde er in das Haus des Verlegers Tsutaya Jûzaburô aufgenommen, dessen Marke auf dem hier vorgestellten Blatt rechts über der Signatur des Utamaro erscheint. Das Haus des Verlegers war ein Treffpunkt von Malern und Dichtern. Hier nahm Utamaro den Künstlernamen an, unter dem er berühmt wurde. Zu seinem wichtigsten Thema wurden nun die Schönheiten des Vergnügungsviertels Yoshiwara.
 

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