 |
|
Frühling
im Himmel und auf der Erde, Zhu Qizhan (1892-1996), Hängerolle,
Tusche und Farben auf Papier, 136,5cm x 68,5 cm, Signatur:
Zhu Qizhan, Künstlersiegel: Lujiang Zhushi, 2. Zhu
Qizhan, 3. Menwairen, 4. Qizhan qiyijun zuo, 5. Meihua caotang,
China, datiert 1993, Ankauf aus Mitteln des Fördererkreises
des Museums für Ostasiatische Kunst, Inv. Nr. A 2000,
8 |
Der aus Jiangsu stammende Künstler studierte an
der Akademie der Bildenden Künste in Shanghai Ölmalerei. 1917
setzte er seine Ausbildung in Zeichnen und Ölmalerei in Japan
an der Kawabata-Kunstschule in Tokyo fort. Seine Werke aus der
Studienzeit zeugen von westlichen Vorbildern wie Cézanne, Matisse
und van Gogh. Nach seiner Rückkehr nach China praktizierte er
fast ausschließlich Ölmalerei. 1946 gründete er in Shanghai das
Studio "Pflaumenblütenhütte" (meihua caotang). Erst als
mit Beginn der Mao-Ära 1949 die Rückbesinnung auf die traditionelle
Tuschmalerei offiziell angeregt wurde, brachte er in seine Arbeiten
Tusche und chinesische Farben ein.
Das hier vorgestellte Werk malte er im Alter von
101 Jahren. Es zeigt eine stimmungsvolle Uferlandschaft im Frühling.
Die zittrigen Umriß- und Texturlinien der Berge lassen das hohe
Alter des Künstlers erkennen. Bemerkenswert an diesem Werk ist
der helle Farbklang von Blau und Grün, die einen lebendigen Kontrast
zu den tiefschwarzen Tuschelinien bilden. Die Farbintensität und
die dichte Farbkomposition, die an die europäische Ölmalerei erinnern,
unterscheiden sich grundsätzlich von der traditionellen chinesischen
Landschaftsmalerei im sog. Blau-Grün-Stil.
Das Alter ist eine in der chinesischen Malerei stets
geschätzte, für jüngere Künstler vorbildhafte Qualifikation. Zhu
Qizhan war mit den berühmtesten Künstlern freundschaftlich verbunden
und gehört zu den Schlüsselfiguren der chinesischen Malerei des
20. Jahrhunderts.
|