|
 |
|
Lotos
im Wind;
Hängerolle, Yuan-Dynastie, 13.-14. Jh. |
Rote und weiße Lotosblüten und großflächige
Blätter auf schlanken, langen Stielen bewegen sich sanft
im Wind. Der Lotos ist ein Symbol der reinen Buddhanatur: Ähnlich
wie der historische Buddha, der in diese Welt geboren wurde, erhebt
sich der Lotos in vollkommener Reinheit aus dem schlammigen Wasser,
das die Welt der Vergänglichkeit und der Illusionen symbolisiert.
Aufgrund der religiösen Bedeutung des Motivs sind Lotosbilder
dieser Art meist aus dem Besitz buddhistischer Tempel in Japan
überliefert. Die monumentale Hängerolle der Kölner
Sammlung zählt zu den größter bekannten Lotosbildern
und wird einem der professionellen Malateliers der südchinesischen
Stadt Piling (Provinz Jiangsu) zugeschrieben. Die Ähnlichkeit
mit einem Lotosbild im Tempel Horyu-ji bei Nara, das von manchen
Wissenschaftlern für japanisch gehalten wird, ermöglicht
auch eine Zuschreibung nach Japan, in die späte Kamakura-Zeit
(frühes 14. Jh.). |