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Weltenhüter;
Späte Heian-Zeit, 12. Jh. |
Mit grimmigem Gesicht und gezücktem Schwert
steht der Weltenhüter in Siegerpose auf einem Dämon.
Er trägt eine an chinesischen Vorbildern der Tang-Dynastie
(618-906) orientierte Rüstung. In der Linken hielt er wohl
eine heute verlorene Lanze. Die Figur wurde aus vier Grundelementen
zusammengesetzt und durch Anstückungen vervollständigt.
Reste der Farbfassung und der Goldauflagen sind noch erhalten.
Die vier Weltenhüter (sanskrit: Lokapala) oder Himmelskönige
stehen für die vier Himmelsrichtungen und bewachen in großen
Tempelhallen die Ecken eines Altars oder einer Figurenkonstellation.
Aus dem Hinduismus übernommen, wurden sie im Buddhismus zu
Beschützern der Lehre und stehen in der Hierarchie unterhalb
der Buddhas und Bodhisattvas. Jedem der Weltenhüter ist eine
spezifische Farbe eigen: dem König des Ostens Grün,
dem des Nordens Blau, dem des Westens Weiß und jenem des
Südens Rot. Das Stück des Kölner Museums zählt
zu den wenigen erhaltenen Heian-zeitlichen Weltenwächter-Figuren
von herausragender Qualität und stellt wahrscheinlich den
König des Südens dar.
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