|
 |
|
Sakyamuni,
aus den Bergen hervortretend;
Chuan Shinko; Muromachi-Zeit, 15. Jh. |
Sakyamuni (um 560 - 480 v.Chr.), der Gründer
des Buddhismus, kehrt aus den Schneebergen zurück und wird
ein Buddha, ein Erleuchteter. Er ist als isolierte Figur auf leerem
Bildgrund im Profil dargestellt. Die im Gewand verborgenen, zur
Brust gehobenen Hände symbolisieren den schweigenden Besitz
der Wahrheit. Es wird zwar in den biographischen Quellen nicht
von einer Rückkehr Sakyamunis aus den Bergen berichtet, jedoch
ist das Thema aus chinesischen Bildaufschriften bekannt.
Ursprünglich war das Motiv in China als Landschaftsbild konzipiert,
jedoch eliminierten die Zen-Maler der Muromachi-Zeit in der monochromen
Tuschmalerei die Landschaftselemente, so daß die Person
des Religionsstifters im Mittelpunkt steht. Die indische Physiognomie
ist klar ausgebildet, die Gewandfigur aber auf die Umrißlinie
reduziert. Das Bild diente als Erleuchtungsbild und wurde am achten
Tag des zwölften Monats nach dem Mondkalender entrollt, nachdem
die Mönche sieben Tage lang Zazen (Sitzen in Versenkung)
praktizierten. Aufgrund der Siegel und der meisterhaften Pinselführung
kann es dem im Kloster Kencho-ji in Kamakura wirkenden Mönchsmaler
Chuan Shinko (15. Jh.) zugewiesen werden, dem Lehrer des Kenko
Shokei (tätig um 1478 bis 1506/18). |