25. April bis 2. September 2016

ART COLOGNE 1967-2016

Die Erste aller Kunstmessen

14.04. – 17.04.2016 auf der ART COLOGNE, Passage 3/11
25.04. – 02.09.2016 im ZADIK, Im Mediapark 7, 50670 Köln

ART COLOGNE heißt sie seit 1984, geboren wurde sie als ‚Kunstmarkt Köln ´67‘, und genannt wird sie „die Mutter aller Messen für moderne und zeitgenössische Kunst“. Erfunden haben sie vor 50 Jahren die Kölner Galeristen Hein Stünke und Rudolf Zwirner, und ihre Erfindung hat den Kunstmarkt für immer verändert.

Vor 50 Jahren, 1966, hatten die beiden Kölner Galeristen Hein Stünke und Rudolf Zwirner die Idee, eine Art ‚documenta‘ für den damals darbenden deutschen Kunsthandel zu veranstalten, eine Verkaufsausstellung, die für einige Tage im Jahr alle fortschrittlichen Galerien an einem Ort versammeln, dem Publikum einen Überblick über das gesamte aktuelle Kunstangebot verschaffen und zugleich die Möglichkeit bieten sollte, an Ort und Stelle zu kaufen. Ein weiteres Ziel war die langfristige Förderung des deutschen Künstlernachwuchses und seine Platzierung auf dem internationalen Markt. Das alles ist ihnen in einem Maße gelungen, wie sie selbst es damals kaum für möglich gehalten hätten, und ihre Erfindung hat Geschichte gemacht. Die Geschichte der ART COLOGNE war nicht nur prägend für wesentliche Entwicklungen in der Geschichte des internationalen Kunsthandels, sondern in der internationalen Kunstgeschichte schlechthin.

So dokumentieren, beschreiben und illustrieren diese Sonderschau und der sie begleitende Katalog im Verlag der Buchhandlung Walther König die facettenreiche Geschichte der ART COLOGNE Jahr für Jahr mit opulenter Bebilderung in ihren vielseitigen und unterschiedlichen ideellen und kommerziellen Aspekten, wie sie sich in den Archiven ihrer Organisatoren - des ‚Vereins progressiver deutscher Kunsthändler‘, dessen Nachfolgeorganisationen und der Koelnmesse - und in den unmittelbaren Reaktionen der Tages-, Wochen- und Fachpresse niedergeschlagen hat. Text-, Bild- und Filmdokumente lassen das damals Revolutionäre und Epochale der Erfindung dieser Kunstmesse heute, da sie längst nicht mehr wegzudenken ist, noch einmal nachvollziehen.

Achtzehn Galerien machten auf dem Kunstmarkt Köln ´67 in fünf Tagen bei fünfzehntausend Besucher/innen - von denen viele zum ersten Mal miterleben konnten, dass das, was sie vorher nur aus Museen kannten, zu kaufen war - den sensationellen (gemeinsamen!) Umsatz von einer Million DM! Auf dem dritten Kunstmarkt Köln ´69 waren es schon dreieinhalb Millionen, und dank der Kühnheit seines Galeristen René Block wurde Joseph Beuys zum ersten deutschen Gegenwartskünstler, von dem ein Werk für über hunderttausend DM verkauft wurde: „Das Rudel“ (heute in der Neuen Galerie in Kassel) ging für 110.000 DM an den Sammler Jost Herbig.

Auch die weitere Geschichte der ART COLOGNE ist eine Geschichte der Rekorde an Besucher- und Ausstellerzahlen, an Preisen und Umsätzen, aber sie ist auch eine Geschichte der Entwicklung von Künstler- und Händlerpersönlichkeiten (bisweilen sogar generationsübergreifend), der Professionalisierung und Organisation des deutschen Kunsthandels (BVDG), des Entdeckens, des Durchsetzens, des Aufstiegs und Abschwungs der Avantgarden und des Kunsturteils, der Reaktionen der Kunst auf ihre Vermarktung in neuen Kunstprogrammen, der allmählichen Anerkennung von nicht im westlichen Verständnis von Kunst entstandener Artefakte als Kunst – wozu auch die heute allseits anerkannte künstlerische Fotografie gehört, eine Geschichte der merkantilen Präsentation von Kunst von der primitiven Dachlatten-Koje bis zur museal stilisierten Einzelausstellung. Die Geschichte der ART COLOGNE dokumentiert die Spuren der Frauenbewegung und der deutschen Wiedervereinigung, der Wirtschaftskrisen - angefangen bei der Ölkrise 1973 über die Japankrise (ab 1991), des Platzens der Dotcom-Blase (2000), bis zur globalen Finanzkrise (seit 2007) und der erstaunlichen Krisenbeständigkeit des Kunsthandels - sowie der ebenso erstaunlichen Empfindlichkeit der Messe gegenüber einem Vulkanausbruch (Eyjafjallajökul, 2010), der einen Großteil der Sammler aus Übersee am Messebesuch hinderte. Mit ihr verknüpft ist auch die Geschichte des Kunstrankings und der Künstlersozialabgabe, die Geschichte des Bedeutungswandels der Kunst zur Kapitalanlage von der „Wandaktie“ zum ‚Blue Chip‘ und zum ‚Wirtschaftsfaktor‘, die Geschichte der Demokratisierung und Popularisierung und allmählichen Refeudalisierung der Kunstförderung und des Kunstbesitzes, die Geschichte der Gründung weiterer Kunstmessen, von denen einige im stetig zunehmenden Wettstreit nicht mithalten konnten, und die Geschichte vom Auf und Ab der Kunststadt Köln, wofür die ART COLOGNE stets ein wesentlicher Indikator war.

Zur 50. ART COLOGNE (14.-17. April 2016) erscheint die zweisprachige Publikation unter dem gleichen Titel bzw. mit dem englischen Titel "The First Art Fair" im Verlag der Buchhandlung Walther König, 408 Seiten, mit zahlreichen SW- und Farbabbildungen, zum Preis von 38 Euro. Die Publikation wird zum Messebeginn ausgeliefert. Für Rezensionsexemplare wenden Sie sich bitte während der Messe ans Presse-Centrum der ART COLOGNE oder an den Verlag.