Theo Lambertin

Herr Lambertin, wie kam es damals dazu, dass Sie Kunst professionell gemacht haben?

Die Zeit heilt alle Wunder.

Dat ist der alte Traum vun mingem Vatter gewähse. Der wollte Maler werden, der ist 1908 geboren und durfte dat natürlich nicht, und der hät dat bei mir immer so geschürt un gefördert, und von daher war dat irgendwann su jot wie kloh. Ich wollte dann auf die Werkschule. Da musste man aber, glaube ich, damals 18 sein - ich war auf jeden Fall zu jung. Man musste auch irgendeine Ausbildung haben oder Abi oder esu. Dann habe ich 'ne Lehre als Lithograph gemacht, bei Gierhardt & Lennartz. Auf dem Karolinger Ring waren die da noch. Und dat wor, ohne dat ich dat wusste, nit dat, wat ich eigentlich wollte. Nachher Industrielithograf zu sein, hat nichts mit dem zu tun, wat du meinst, wenn du Lithograph lernst. Nur ich hatte unerhörtes Glück. Ich hatte 'nen Ausbilder, den Herrn Suche, der hat mich ein Jahr handwerklich so getrimmt wie diese alten Steinlithographen. Von daher hatte ich genau das, wat ich wollte; dat würde ich behaupten: in der Akademie kriegst du nicht mehr so' ne intensive Ausbildung in diesen Grundbegriffen. Also, ich han ja als erstes gelernt: Bleistiftspitzen. Dat waren wirklich Lehraufgaben: Linien ziehen, Bleistiftzeichnungen, Pinselzeichnungen, dasselbe dann mit Tusche etc. pp. . Der Meister hat immer gesagt: Du musst deine Hand und dein Auge erst mal so trainieren, dass du dich ganz auf die folgenden Aufgaben konzentrieren kannst. Ich han wirklich immer Spaß dran gehabt. Wo dat nachher komisch wurd', war, wo du in dem Produktionsprozess drin warst, weil, wenn du Lithograph bist, bist du auch immer 50% Betrüger. Da hatte ich irgendwann keine Lust mehr zu gehabt. Mir wurde das einfach klar, und ich hatte immer noch im Kopf, was ich mal machen wollte, und ich hab' in der Zeit auch immer weiter für mich gezeichnet, römmjemohlt.

Würden Sie heute noch einmal denselben Weg wählen?

Das wäre nur rückwärts möglich.

Ich könnte mir vorstellen, wenn ich dat Gymnasium geschafft hätte, et Abitur jekräje, dann hät ich studiert, und dann könnte manches anders verlaufen sein. Ich weiß noch, ich wollte mal Rechtsanwalt werden: einfach diese romantische Vorstellung, für andere was klarzustellen. Ich glaub', ich kann nicht mehr zurück. Dat ess wie die reinste Sucht. Und der Spaß ist Stütze für die Aufgabe und die Verpflichtung. So' ne dope-Sucht. Nennen wir das einfach Kunst machen. Ich habe die Überlegung ein paarmal jehat, etwas anderes zu machen. Mir mät z.B. Spaß zu fotografieren, und mir macht Spaß, durch die Natur zu rennen, aber nit mal nachmittags durch den Stadtwald, sondern och wirklich mit dem Krempel auf dem Rücken - über Nacht. Normaloutdoor. Und dann hab' ich gedacht, dat wär' och en schöne Sach, so rum zu wandern, zu gucken, zu suchen, zu finden. Nur han ich immer die Vermutung dabei: Dat machste 'n paar Jahre, und dann fängst du ja doch wieder an. Et jitt ja off dä Punkt, wo du merkst, das passiert jetzt. Im Moment kann ich jar kein Bild machen, ich kann keine Zeichnung machen. Dat is einfach da. Dat is da. Manchmal setze ich mich dann hin und gucke, fang' einfach an, und dann merk' ich innerhalb einer Viertelstunde: Besser alles fallenlassen, weggehen! Und genau die Zeit dann, die hätte man dann früher vil mih en der Kneip' verbraht, und da han ich jar kein Loss mehr für. Also kom das zwangsläufig, dann über Natur 'ne andere Sache zu machen. Und irgendwann hab' ich auch gemerkt, in so' ner Natur ist ja unglaublich viel zu sehen. Also wenn ich in meinem Garten bin bin, seh' ich manchmal einfach andere Sachen von wat 'ne Komposition sein könnte, ich seh hier andere Farbzusammenstellungen. Sieh mal! Die Natur ist auf eine Sicht viel harmonischer, aber auch viel unverschämter, wie alles dat, wat wir uns über die Jahre reingezogen haben. Dat is ineinander verwoben.

Mittlerweile läuft dat so: et sind irgendwelche - so Grundgedanken da, und ich fange an zu sammeln, verschiedene Sachen, und dann mache ich Fotos. Und irgendwie sammelt sich so pö a pö Zeug an, und dann bin ich nach der klassischen Methode in der Zeit eigentlich sehr unproduktiv, weil ich gar keine Bilder mache, manchmal noch nit ens Zeichnungen - und dann merk' ich aber, irgendwie staut sich dat in mir an, und dann weiß ich: So jetzt ist der Punkt: jetzt musst du konkret werden, sonst ist der Anfang weg, es gibt kein Ende, und du fängst wieder woanders an. Und dat ist der beste Punkt für mich. Und dann strömt dat zum Teil. Et flupp, dann passiert datt einfach. Dann kann ich wunderbar drei bis vier Wochen arbeiten, und dann merk' ich schon beim Malen, oh Jung du fängst an - sagen wir mal 'ne Art von Wiederholung zu machen, die ävver nit mie berechtigt ess. Das ist also keine Wiederholung, die wirklich als Überprüfung gilt, sondern das ist 'ne Wiederholung, weil mir nichts Besseres enfällt. Und dann weiß ich: so jetzt hast du wieder ein bisschen Ruhe. Und dann machst du jet anderes. Manchmal machst du das eine, um auszusortieren. Was kannst du wirklich noch gebrauchen? Du machst vielleicht einen Text - ich sag' jetzt ens - eine Seite - und dann merk' ich, auch die zwei Sätze oder die zwei Worte, die sind wirklich interessant für dich. Und dann ist es ziemlich einfach, dat in Bilder umzusetzen. Da ist immer die Gefahr, dass man zu schnell reagiert. Und dann wird et noch nit ens oberflächlich. Dat geht dann einfach in so'ne Plakatgeschichte rein, und deshalb is mir lieber, wenn ich dat so im Kopf habe und sammel. Und wat ich probiere, is' letztendlich, so'nen Gegenpol zu finden. Und dat erfordert manchmal - also dat hört sich komisch an - dat erfordert manchmal nix anderes als Zeit. Gott sei Dank! Auf Zeit gibt’s keine Zinseszinsen, Zeit geschieht sich selbst. Und ich muss dat noch ens und noch ens überprüfen – also dieses mit „Demut und Konzentrationscampus“. Dat beinhaltet alles, was auf mich einströmt.

Also ich weiß im Moment nicht so recht weiter. Ich han also ganz lange daran rum überlegt: Was kann man eigentlich für 'n Bild machen zu dem Thema „Ex-Jugoslawien“? Mir ist einfach so gut wie nix Vernünftiges eingefallen. Ich weiß nicht, ob ich Lust dazu hatte; es kann och sein, dass ich mich verpflichtet gefühlt habe. Bei anderen Dingen, also wie damals diese ganze Baader-Meinhof-Geschichte war, das ging dir so direkt in die Knie. Das passierte einfach. Da hat man sich zu geäußert, ohne langes Abwägen: Vorteil - Nachteil. Und da ist auch der wunde Punkt! Es gab zwar Äußerungen dazu, viele, aber zu spät, siehe Gerhard Richter. Wer vor ein paar Jahren vergessen hatte, kann nicht mit ein paar Bildchen und Medienrummel erinnert werden. Irgendwann gibt es einen Punkt, dann ist mer et vielleicht, 'ne Künstler, wenn man's von der Qualität her ist, aber dann muss man es auch sein. Man kann dann kaum anders. Irgendwann ist das in dir drin. Du denkst so. Dat ess en Haltung.

Mir fallen jetzt komischerweise auf einmal diese 100 000 T-Shirts "Mein Freund ist Ausländer" ein. Sind die eigentlich alle bescheuert? Wenn soviel Lück 'nen Freund hatten, der Ausländer war, wieso haben wir denn das Durcheinander gekriegt? Wieso haben die das 10 Jahre und länger zugelassen? Die han einfach blitzartig gemerkt: Och, da is was. Jetzt lohnt es sich: Toll-eransl Ich han 1980 so en Ding jemat: "Deutsche kauft türkisch!" "Deutsche jagt Deutsche!" Da han die Lück jemeint, ich hätte sie nicht mehr alle: Der spinnt! ln der Luft war dat doch alles schon lange.

Was hat sich Ihrer Meinung nach in den letzten 20 - 25 Jahren gegenüber früher verändert?

1° Celsius wird als 100° Fahrenheit verkauft.

Eins ist sehr schön: dass 'ne ganze Menge Zeit vergangen ist, und man kann wieder ruhiger, normal miteinander reden und kann auch Dinger janz anders aussprechen. Dat hätt äwer och met mir zo dunn: Früher han ich öftes einfach unqualifiziert aus Wut dazwesche jeschreit. Hück kann ich datt anders, ohne weiters anders sahre. Ja, wenn du jetz die Leute wiedertriffs, ess dat für mich sehr angenehm - genau su, wie andere Dinge für mich gestorben sind. Da ist wirklich etwas beendet. Das wurde mir klar. Dat es wirklich ein Ende von jet, wovon ich mal Teil war. lch kümmer' mich auch um relativ wenig, usser um die Leute, wo ich konkret jet mit zusammen mache. Da halt ich auch 'nen Kontakt zu. Ansonsten will ich die Zeit einfach nur für mich han. Sonst kann ich auch keine Zeit gut mit anderen verbringen. Und es ist oft so verlorene Zeit, wenn du jetzt dahin rennst und dahin rennst und der Quatsch und immer nachher die dämlich Nudelen und Steaks essen und so. Ich han da kein Lust mehr für. Alles Quatsch!

Früher sin mir oft irgendwo hinjejangen, wirklich, weil mir gesagt haben: Super! Da jitt et dat umsonst und dat umsonst... Also diese alte Galeriehausnummer in der Lindenstraße, und die wußten dat och zum Teil: Wenn die, die und die kommen, oh wei, oh wei, da können wir drei Flaschen Wein mehr rausholen. Die woren ja nie knickerig , die Leute, und irgendwann passierte dat ja dann ungefähr so: Achtung, wenn die und die kommen, wird erst mal die Kordel vorgehangen, dat die ja nit weiter vorrücken können. Und dann fing dat ja auch an mit diesen kleinen Einladungen nach der Eröffnung, die immer nur 15 Leute bekamen. Und so ging dat. Und dat hat sich ja auch so perfekt eingespielt, dat hat so funktioniert. Für en bestimmte Art von Geschäften, denk' ich, jeht et och nit anders, aber man möt dat och vorher einfach lockerer sin. Die Gefahr aus einer Unzufriedenheit den überzogenen, auch unverschämten, unkontrollierten Mut rauszulassen, ist nicht gebannt.

Kunst jetzt - welche Ihrer Vorstellungen sind wichtig geworden? Haben Sie als Person oder mit Ihrem Werk oder beidem Einfluss nehmen können auf andere, oder war Ihnen das nicht wichtig?

Die romantische Rechthaberei ist über die legalisierte Langeweile einer fröhlichen, ernsthaften Aufmerksamkeit gewichen.

Also, ich han nie dat Gefühl jehabt, wir machen dat zum ersten Mal, und wir machen dat dichter und kräftiger. Ich han dat wirklich immer durch den Dr. Bender, der ja die Kunstgeschichte an der Werkschule gemacht hat, so gesehen. Und der sagte: "Es gibt immer dat Prinzip: Meister - Gesellen, das geht immer so." Dat war mir logisch und och immer klar. Du bist immer nur ein Teil in dem, und wenn et mal so wat wie uns kurzfristig gab, danach kamm ja direkt dat nächste. Und das mögen dann hier in Köln oder in Deutschland diese jungen Wilden gewesen sein, wo mir so dachten: Jetzt sind wir doch mal langsam dran. Da, finde ich, sind wir einfach überrollt worden - wahrscheinlich och noch nit ens so zu Unrecht. Nur ich fand das Verhältnis von Qualität zum Stellenwert nicht gut. Dat war ja wunderbar, wie der Maenz dann sagte: "Mich kotzt das an, und ich ziehe mich zurück." Derselbe Mann, der all diese Kotze initiiert hat - Horror! "Die Leute wollen die Bilder zurückgeben zum Verkaufen, dann schließ' ich mal besser die Galerie. Dann muss ich die nit zurückkaufen.“ So eine Art Sockel von Normalität und Substantialität zu sein, ist für mich denk' ich, in manchen Sachen einfacher als eben für jemand, der, sagen wir mal, "nur" malt, der nicht ewig da mit Worten rumjongliert hat. Das heißt, ich kann jederzeit, wat im Moment ist, über die Worte in Bilder bringen, aber wie soll einer zeitgemäß sein? Eigentlich muß er ja kurz vor der Zeit schon malen. Jetzt drück' dat mit Pinsel, mit Farben uss. Dat is - denk' ich mir - noch schwerer für die Leute. Quatsch, mit oder ohne Schrift macht die Sache nicht leichter oder schwerer.

Nehmen wir mal den Herrn Richter! Top! Top! Top! Wat macht der Mann eigentlich? Wat is daran so vor der Zeit, oder is dat so zeitgemäß? Wat is dat eigentlich? Gerhard Richter und Sigmar Polke machen dat Rennen mittlerweile. Wat passiert da eigentlich? Ich merke, dat beide mich, wenn ich die .Sachen gucke, beeinflussen. Also ich merke, da wird 'ne Stärke durch Medien monopolisiert. Die machen dat auch schon zu lange, als dat man denen unterstellen könnte, dat se mal schnell so aufspringen. Die können ja gar nicht mehr aufspringen, die sind ja Teil des Zugs.

Was ich unterwegs festgestellt han, war: Et wor jo ens saueinfach, die Leute in diesem Kunstbetrieb irgendwie zu schocken. Du musstest nur Kölsch reden und Fußball spielen. Dat hät ja jereicht. Und auch noch Kunst machen wollen, dat wor ja schon balla balla. Dat wurde dann irgendwann richtig modern. Dann wurde et sofort natürlich vollkommen langweilig, als die Hinterherhinkenden dich überholten. Dat merkste ja, auf einmal da saust die Zeit an dir vorbei, also läßte das. Dann is halt die Frage: Wat kann man noch für sich selber weiterentwickeln? Für mich war dat einfach immer so: ich han immer so geredet, ich han immer Fußball jespillt, und wenn ich auf der Werkschule bin, gibt es keinen Grund, dat zu beenden. Es gibt 'nen Grund, da wat Neues zu lernen. Dafür muss ich äwer nit op einmal Hochdeutsch reden und keine Fußball mehr spille. Un mir wor dat och schon domols klar: Die han se nit mih all op de Reih' - die Lück! Et geht um die Vierecke oder Dreiecke, die an der Wand hängen, und dat is auch heute so bei jedem, der arbeitet. Und et wird einfach zu viel drumrum geschrieben, erklärt und gemacht, warum, wieso, weshalb, um sein angelesenes und abgehörtes Wissen zu beweisen. Arbeiten, zweifeln, vertrauen, arbeiten, Pause, arbeiten ... Der Cezanne hät dat jeahnt kurz vor seinem Tode. Un dat is für mich auch wirklich so einer der absoluten Eckpfeiler. Der Mann hät dat wirklich jeahnt, dat er da wat Besonderes kochte - sein Leben lang. ls ja Jott sei Dank och schön alt jeworden.

Kunst und Geschäft: Ist es heute leichter, verstanden und gekauft zu werden? Sammler, Galeristen, Öffentliche Hand: Was ist anders, besser oder schlechter geworden?

Die Möglichkeit, mich zu verstehen, ist einfach. - Verständlich -

Die Möglichkeit, mich zu kaufen, ist einfach.

Die Möglichkeit mich (für doof) zu verkaufen, ist schwer.

Die Möglichkeit mich zu kaufen, ist einfach schwer zu verstehen.

Mehr Angelernte/Innen - weniger Facharbeiter/Innen - neue wollen.

Also, ich weiß nit - ich han früher Briefe geschrieben und mich beworben. Ich han Gott sei Dank en paar Leute, die han ein wirkliches Interesse an dem, wat ich mache. Und die arbeiten auch dafür, und die han auch so' ne Korrektheit, und die lassen dich nit hängen. Die sagen: Okay, der Mann, der macht wat, mir han Interesse daran, entweder mir stellen et aus, oder mir möchten dat Bild han. So jeht et och. Wat da passiert ist: Ich han mir irgendwann gesagt: So Leute, et is nicht mehr meine Aufgabe, mit meinen Bildchen oder Dias durch die Welt zu reisen und Leuten zu zeigen. Wenn einer en Galerie hät, einer ist Kunstvermittler, einer hät en Museum - wat och immer - der hät die verdammte Aufgabe, sich zu informieren. Et is nicht mein Job, die zu informieren. Und et is so: wer am besten die anderen informiert, fährt einfach besser damit, als derjenige, der die nit informiert - et sei denn, du bist über den Punkt raus - dann laufen se dir die Tür ein, ist ja klar. Dann gehst du nämlich laufen, wenn die kommen. Übertrieben gesagt is et so: am besten kommt heute der Künstler, hät den Katalog schon fertig gedruckt und sät: Ich han auch schon 15 Kunden. Machen wir 'ne Ausstellung?". Sagt der Galerist: "Ja, is janz jut. Wie viel krieg' ich den – 50 oder 60%?". So ähnlich hät et sich ja zum Teil schon entwickelt! Ich han letztendlich doch nur eine einzige Ausstellung gehabt, wo man sagen kann, das war 'ne größere Ausstellung, und dat wor em neuen Bonner Kunstverein. Dat han ich der Annelie Pohlen zu verdanken, weil die ming Sachen immer kannte, un die hät die jeschätz und hät jesaht: "Ich mach' jetzt mit dem Theo die Ausstellung." Und dat war nit, weil dat 'ne Freundschaft is, sondern da ging et um die Arbeit. Dat is dat einzige Ding, wat ich jemals gemacht han, wat ich als 'ne große Ausstellung bezeichne, was Platz und Anzahl angeht.

Bei Leuten, die wirklich bekannt sind, da geht dat so: Da reißt sich auf einmal die Institution bei einer Preisverleihung darum, dat se den Namen auf der Liste hat, nach dem Motto, also wir haben uns da alle zusammengesetzt, und von Ihnen waren keine Unterlagen da, und dann han mer gesaht: "Dä kritt äwer de Preis." Da läuft dat alles andersherum.

Ein anderes Beispiel: Artconsulting! Ich hatte formuliert: „Go home“ oder „Artconsultings müssen draußen bleiben“. Dat sin so diese unausgesprochenen Dinge, und da jitt et so viele von in diesem ganzen Kunstbetrieb, die man besser niemals sagt, das sind Tabus, es ist unglaublich. Es gab Zeiten: Wehe dir, du sagtest "Das finde ich aber scheiße, dat Bild vom Sigmar Polke.". Dat sagte man einfach nicht. Un dat hät mo zu sahre, wenn man et nit jot findet - man muss ja nicht sagen scheiße, man hät äwwer sing Kritik zu äußern und zwar an jedem. Und je bekannter und je besser einer ist, umso wichtiger möt et och eigentlich sin, Kritik zu üben. Es ist ja so viel, was passiert, was man nicht richtig findet, dat sich zwangsläufig immer mehr aufstaut. Also kann ich das Falsche nicht mehr aushalten. Aber ich wär nit derjenige, der mit dem Maschinengewehr oder mit der Bombe loszieht - bin ich nicht der Mensch. Ich bin derjenige, der zumindest sät: Leute, überlegt mal, warum! Et muß doch Gründe geben. Dat macht niemand freiwillig. Dat is ja keine reine Mordlust. Und so wird das ja alles sehr schnell hingestellt. Allein dieses Wort Sympathisanten! Dat dat schon anrüchig ist - so Sachen - dat hät mir einfach immer jestunken, und man kann sich doch ens klar äußern, wo die Sympathien sind, das Verständnis.

Möchten Sie kunstkommerziell heute etwas ganz anders haben?

Klarere Aufteilung von Galeriearbeit und Kunstarbeit.

Was müsste man Ihrer Auffassung nach tun?

Ja=Ja/ Nein=Nein/ Danke, Bitte, Entschuldigung

Z.B. gibt es noch diese Kleinbeispiele. ln den Anfangsjahren da lerntest du Leute kennen - das war wirklich im "Roxy" im Schnitt so, die sammelten Kunst. Die sin och, wenn se dat sagten, zu dir jekommen, Sammler, in diese ungeheizten Drecklöcher un han sich wat anjeguckt. Und et jab so was wie ein ungeschriebenes Gesetz wohl des Anstandskaufes. Die wussten genau, mir bruche immer Kohle, und dann ging halt nie jemand raus, ohne etwas mitzunehmen. Entweder für 'nen Hunderter kriegteste 'ne Zeichnung oder für drei, vier Scheine kriegteste en Bildchen. Dat han die Leute immer gemacht.

Aber wat sich jedreht hät: Irgendwann hörte ich dann immer öfter: Ja, da kommt der und der. Und dann sehste die mit den Tüten rennen: Do der Champagner, da die kleinen Schnittchen! Auf einmal wird dä Sammler ... so dieses falsche Hofieren! Ich mein', man muss nit jemand so behandeln, als wenn er en Dreck is, aber et muss ja nit übertrieben sein. Also wenn ich 20 Mark in der Täsch han, is et Quatsch, für 100 Mark Schulden zu machen, dat einer singen Champagner zo drinken kritt - ich halt' dat für Schwachsinn. Und wenn dat gute Leute sind, is denen dat sowieso klar. Bei uns hät z.B der Herr Stünke vier Stunden im Winter - da hatten wir noch keine Heizung - mit Tee und kleinem Gebäck jesessen und hät jeguckt und erzählt. Der Mann hät einfach Klasse jehat. Der hatte auch Interesse an der Sache. Der wollt' nit das irgend so'nen gesellschaftlichen Event und wat Verrücktes: am Schluß läufste am besten noch nackich durch die Wohnung oder so... Dat is Stuß. Also, wie ich eben sagte: die sollen die Vierecke angucken, die Leute.

Köln - für Sie ein notwendiger oder ein beliebiger Platz? Gibt es Köln bezogene Wichtigkeiten für Sie heute noch, oder könnten Sie sich heute eine bessere, fruchtbarere Umgebung vorstellen?

Keinen Heimatschuss simulieren!

Standort Köln/ Gerichtsstand Köln.

Beweglich bleiben/ beweglicher werden!

Och, dat sin och äußerliche Dinge, also z.B. ming Eltern han damals noch gelebt, ming Mutter war damals 85 Jahre - da habe ich mich gehütet, jetzt irgendwo anders lange hinzugehen. Dat jehörte sich einfach nit mehr. Mir han uns überlegt: Ja welche Stadt würd' uns denn jetzt noch so gefallen? Und so vill Städte woren dat och nit in Deutschland. Düsseldorf jing och. Was mir an Köln gefällt, ist dat, wat offiziell nicht in der Zeitung steht, dat wat offiziell nit im Fernsehen kommt. So dieses, wenn ich hier so rum häng' und red' mit manchen Leuten, die sin z.T. über 70/80 Jahre alt - dieses Normale, was hier passiert. Dat könnt' och in en 'ner anderen Stadt sein. Et jitt natürlich sowat, dat darf mer nit dabei vergessen: Ich han in Köln nie dat Gefühl, wenn ich irgendwat, wat angeblich so besonders is, gucken will: dat jeht nit, ich kann et jederzeit. Ich kann hier alles wahrnehmen, wenn's sein muss, ich muss et ävver nit. Ich han nit dat Geföhl, ich sitz op 'nem Dorf he - obwohl - Köln is en Riesendorf, aber dat mäht nix, dat is en Riesendorf, wo alles ist. Und mich zwingt ja auch keiner, mir irgendwat anzugucken oder irgendwo hinzugehen. Aber wenn ich will, und ich sage, heute abend, Freitag, is Eröffnung, heute guck' ich mir fünf verschiedene Ausstellungen an, dann kann et sein, dann han ich am Schluss 15 geguckt. Und dat kann ich in vielen Städten niemals haben. Ich denk' ävver och nit mih allzu sehr darüber nach. Ich bin halt zufrieden mit dem kleinen Bereich, da die Bude, der Garten, der Friedhof, der Stadtwald, dat reicht mir. Ich weiß ja nit, wie dat woanders is. Wo han ich denn schon mal so lang' gelebt wie hier?! Wat ich aber konkret weiß: Ich geh' lieber durch den Stadtwald wie über dä Ring, und ich lauf lieber über den Westfriedhof oder über den Melatenfriedhof als über die Hohe Straße oder durch den Media Park, und dat is angeblich ja alles so toll in Köln - die berühmten Straßen - die interessieren mich nit, außer im Jupp Schmitz’schen Sinne.

Köln - Provinz, Weltstadt, Sprungbrett, Hindernis? Wäre für Sie eventuell etwas anders gelaufen, wenn Sie nicht in Köln gearbeitet hätten?

Wöhs'de, dähds'de, häds'de, möhs'de, künns'de, ävver: du bess. Kölle ess ene Knöddel.

Ich kann dat letztendlich nicht beurteilen, weil ich nur die eine Situation kenne. Wat ich aber weiß, is - mir han ens anderthalb Jahre in New York jewonnt - ich han mich sehr schnell konkret op dieses Amerikanische bezogen, wat da passiert. Nur kam ja dazu, dat is nit so lang, um da den ganzen Abstand zu kriegen. Und da war ja unglaublich die deutsche Kunst so richtig oben, dat war 83/84. Also han ich dat janz schnell vermischt, z.B. Führer befiehl, wir malen alles, Siegheil - Westbroadway. Also, mir würd' dat keine Probleme bringen zum Arbeiten woanders hinzugehen; aber so' ne Entwicklung – keine Ahnung, wie lange die dann dauern würde.

Unser Trip nach New York, dat war sowat wie Neugierde. Un mir han jesat, jetzt isset aber langsam jot - Gott und die Welt reden immer von New York, wie toll un wie klasse dat is. Un die zwei, drei Tage, die ich da mal war, na ja, et war janz spannend. Und: “Wo worste?" "Im Mud-Club." Also schauen wir uns das mal an. Wir wollten sechs Wochen bleiben, und da sind anderthalb Jahre draus geworden. Und dat war wunderbar. 1983/84 war da die Hochblüte deutscher Kunst, wie bereits erwähnt. Da hingen auf einmal nur noch Lüpertz, Penck, Baselitz - noch nit mal der Kiefer so massiv. Der Michael Buthe hatte vorher schon mal so' nen Test jemacht bei der Holly Solomon. Polke und Richter kamen da auf, wurden auf einmal da bekannt. Und dat war op einmal wie so zwei Blöcke für mich. Da waren die Leute, deren Malerei ich nit so schätzte, die woren so janz arriviert, un dann kamen die, die ich mochte, von daher war dat spannend.

Öffentlichkeit, Gesellschaft, Stadt Köln - Haben Sie bei der Realisierung Ihrer Ideen Unterstützung gefunden, auch materielle?

Klar! I'm still alive and well.

Ja, ich weiß et nich - die mögen den Ludwig Sammler oder Mäzen nennen - dat is 'ne jode Geschäftsmann, der dann irgendwann die Stadt erpresst hat. Ich kenne einen Sammler, der sagte mir: "Wenn der Ludwig ein Sammler ist, dann möchte ich nirgendwo mehr als Sammler aufgeführt werden." Dat hat der aber sehr früh,1986, schon gesagt. Ich bin och noch nie in dem Museum Ludwig drinjewese, da jon ich einfach nit rin - Basta. Doch mittlerweile einmal für Ulrike Teermeer und Karl Heinz Klang, der nun verklungen ist für den, der ihn nicht hörte. Außerdem nochmal zum Gruber Jubiläum. Das hat mir sehr gefallen. Ansonsten ist mein Groll verflogen. Die ahle Bilder, die im Wallraf-Richartz-Museum hingen, die han ich all schon 1000 mal gesehen, und die hät ich mir och jähn noch 1000 mal anjekuckt. Et hät immer Sammler jejowwe, et hät immer Mäzene jejowwe. Selbst dieses Wallraf-Richartz-Museum ist ja och ein Ergebnis davon, dat Leute gesammelt han. Nur ich fand die Nummer einfach zu massiv, wie dat bei Ludwigs passiert ist. Das passiert allerdings allgemein: Die Volksliederhitparaden-Fans verstehen die Kunst, ich aber nicht die Volksliederhitparade. lch hatte auch keine Lust zur Ehrung von Herrn Ludwig anlässlich seines 70. Geburtstages zu gehen. Ich kriegte die Einladung, ich jläuv, in die Philharmonie auf Büttenpapier und dann reagierste nit. Auf einmal kriegst du en Woche vorher widder en Einladung, rückseitig schon dat Fax-Ding dropjedruckt, dat du dat doch selbstverständlich sofort zurückschickst - ich han überhaupt kein Faxgerät. Ich weiß nit, wat ich da soll un deshalb han ich keinen Grund, dahin zu jon. Ich fühl' mich eher als Fossil als als prominent.

Früher im "Roxy", da sagten wir: "Ja kumm doch ens vorbei zu Huss – guckste ens. Häste nitt Loss?" Und da han ich ja manchmol och en Menge geliehrt. Bei mir is z.B. 75 oder 76 der Otto Paeffgen einfach in meinem Atelier in Nippes gewäse und hät sich dat alles anjekuck und hät mir so janz kleine Hinweise gejowwe. Und genau dasselbe hat der Stefan Wewerka gemacht. Und dat hät mir verdamp jot jedonn, schon allein, dat sich so Leute bewegen und kommen mal zu dir, un du kriegst auch noch 'ne Kritik, die dich aber nicht niedermacht, oder nit so' ne belanglose Kritik, sondern 'ne richtige han die mir jejowwe - klein, fein- und ich han se kapiert un konnt jet damit anfangen.

Noch was: Wat mir in all dem, wat mir da jestunken hät, sehr gut gefallen hat, war der eine Stand von dem Paul Maenz auf dem Kunstmarkt hier, wo die Bilder wie im Atelier stunde: do 'ne Haufe Dahn, do 'ne Haufe Dokupil, do 'ne Haufe Bömmels. Und ich weiß noch, wie ich jedach han, okay dä hät dat Ding so auf 'nen Punkt gebracht, jetzt wird et schon fast ehrlich. Aber dat is einfach en geschickter Mensch und der war ja och irgendwie in der Werbeberatung, und da kam so dieses janze kölsche Kölner Köln-Marketing un wie dat janze Jedöns heißt, auf. Dat wor ja phantastisch. Die han ja in der Zeit Bilder - ich mein' ein Bild verändert sich ja nicht – z. B. besser geschrieben. En Bild wurde besser geschrieben, et wurd' durch Hängen besser, dat wurd' durch die Umgebung besser, die hieß natürlich auf einmal Ambiente. Da han ich jesagt: "Seid ihr eigentlich bescheuert, dat is doch immer noch datselbe Bild. Et hat sich doch och nix verändert op dem Bild." Nur et jitt jetzt fünf Kataloge über die Gruppe und, und, und – dat wurd' offiziell immer besser. Dat war doch so'n Moment, wo ich so jedach han, dat trifft sogar den Nerv, wie mir auch mal so für uns drauf waren, aber wir hatten kaum mal die Gelegenheit, auf 'nem Kunstmarkt überhaupt auszustellen. Wer dat mitjemacht hat in 'ner anderen Variante, war der Hajo Müller. Mit dem han ich ja lang zusammengearbeitet. Da han mir och einfach 'nen Teppich so an die Wand genagelt, da hing einfach der Teppich und der jing dann so'n bisschen in den Jang rein, und da hingen kleine Bildchen. Und dann fragte einer, warum denn der Teppich so in den Gang hing. Und da sagte der Hajo: "Muss doch nicht jeder gleich so fest auftreten!" Sowat fand ich schon gut, aber der Maenz hat dat so knochenhart auf den Punkt gebracht, wat die da tun - und er auch - das fand ich schon tolldreist.

Gab es damals etwas Wichtiges, was Sie konkret nicht realisieren konnten?

Das "Einmal“ Läuten des Decke Pitters (mit dem Klöppel gegen eine Zeichnung als Schalldämpfer) als Live-Übertragung im WDR zur Jubiläumsausstellung im Kölner Kunstverein.

Gibt es etwas, was Sie heute sofort tun würden, wenn Sie ohne Limit die Möglichkeit dazu geboten bekämen?

Ich würde mir die Hosentasche kaufen, in der immer ein Pfennig mehr drin ist als wie ich brauche.

Ja, dat wör grundsätzlich so die ganze Materialgeschichte. Dat heißt, da brauchste dann doch ens in irgendeiner Form en Atelier, wat - ich sag' ens - 1.500,- DM mittlerweile kostet. Und ich brauchte so mindestens 5000,- bis 8000,- DM nur Materialkosten pro Monat, um bestimmte Dinge machen zu können. Dat sin dann Großfotos, größere Fotoleinwände, dieses Scanner-Ink Jet, Chrom-Verfahren - dat is mir einfach zum Teil versperrt. Ich künnt natürlich och so fanatisch sin und sagen: Ich fahre nit mih weg, bleib' immer hier und nimm dat janze Geld zusammen - dann könnt ich mir zumindest en Teil mehr davon noch verwirklichen. Aber dat wär' nit genau dat, wat ich wirklich wollte, also ich möchte' och nit so uss 'ner knappen Einschränkung arbeiten müssen. Das muss zusammen laufen. Es ist ja och so, dat du so' nen Druck aus dem Kopf haben willst - also han ich da mal so drei Riesenlappen machen lassen, un dann han ich och jemerkt, et is nit dieses unbedingte Muss, aber wenn ich die Wahl hätte, wenn jetzt einer sagte, du künnst jeden Monat über 10.000,- DM verfügen, ich würd' se für Material verwenden.

Szene: Gab es eine, und wollten Sie damit etwas zu tun haben (mitmachen, sie ändern) oder dagegenhalten?

Ja, teilhaben ist dagegenhalten.

Die älteren, die kannten sich schon alle. Uns jov et do nit. Jürgen Klauke ist älter gewesen. Der hat auch schon Kunst gemacht. Im "Roxy" war ich vom ersten Tag an. Den Horst Leichenich und den Jimmy (Wolfgang Reddigau) kannte ich ja schon. Die haben dir nie zu verstehen gegeben, dat du nicht dabei sein solltest. Un ich han dat für mich immer so geregelt: Ich han danach geguckt, wer welche Sachen macht , und daran han ich janz jut für mich merken können, wo jehörs du bei, wo is och so'ne Grenze, wo du einfach der Youngster bist. Dat is ja auch nicht so ungewöhnlich, dass einer, der schon 10 Jahre länger malt, von der Qualität her och besser ist. Und irgendwann - ich will nicht sagen, hat sich das angeglichen - aber die Zeit hat das alles so'n bisschen erstmal für uns angenehmer eingeebnet. Und dann sind ja auf einmal Dinge passiert: Der Jürgen Klauke ist so und so bekannt geworden; der Sigmar Polke ist Überflieger geworden und und und.... Und dat hat sich ziemlich knallhart so gehalten: Die damals die Spitze hatten, die han die och jetzt noch. Das ist so. Oder die Astrid Klein oder der Rudolf Bonvie - Zack auf einmal wurden die vorübergehend sehr bekannt. Ich han immer noch das Gefühl, ja jut, jetzt kennen mich schon ein paar mehr, aber das ist schon letztendlich so regional begrenzt mit ein paar Leuten, die einfach Interesse an Sachen han, die so'n bisschen weiter weg wohnen. Aber vergleichsweise zu den anderen bin ich einfach sehr unbekannt.

Der erste Preis, den ich bekommen han - das war sogar noch Mitte der 70er Jahre - war der August-Macke-Preis im Sauerland, in Meschede. Vergess' ich nie, wie der Zolpers Heinz zu mir sagte: "Ja aber der erste Preis ist der wichtigste Preis, den man kriegt." Vergess' ich nie - den Satz! Und August Macke war eh noch jemand, den ich gerne mochte. Und so wat hat dich schlicht und ergreifend stabil gemacht, weil du ja immer in so'nem luftleeren Raum hingst oder in so'nem alkoholvollen Raum. Dat war ja dat Gleiche an sich für uns, dat ahle "Roxy". Dat wor ja der Treffpunkt für uns. Eigentlich war dat ein Auffanglager. Du konntest allerdings da auch restlos vor die Hunde gehen. Diese Berühmtheiten: Mir han z. B. später manche Lück viel zu sehr dem Sigmar Polke oder den bekannteren Leuten nach dem Maul geredet und so rumgeschwänzelt. Ich denke, dat wäre alles nie nötig gewesen. Man hätte da ganz klar und sauber sing Meinung verdredde künne und och janz klar sahre künne, wenn einer jet besonders Jotes mät. Und dann is et och normal, wenn ich sage "Dat find' ich nit so jot!" Dat is mir dann nachher alles zu unklar jewode: Seilschaften, lnteressengrüppchen: Sag' nicht Schlechtes, und du wirst automatisch besser, leider! Ich hab' nicht das Gefühl, dass ich mich da jemals zurückgehalten habe. Bei vielen gab es auch jar keinen Grund zu meckern, bei dem, was die machten - die han einfach jote Arbeide jemat. Aber man muss sich nicht so anbiedern. Was an der Theke so ab 12 Uhr nachts jeredet wurde, passte irgendwann nicht mehr mit dem zusammen, wat am nächsten Tag um 12 Uhr mittags jesagt wurde. Das ist ja auch später erst gekommen, dat wirklich interessante, also bekanntere Galeristen ins Spiel kamen - da hat schon letztendlich jeder sein Süppchen gekocht. So banal, wie es ist, durch immer dieselben Namen, die genannt wurden, wie Klauke, Buthe, Paeffgen, Polke, Rückriem, Krieg, kamen natürlich irgendwann janz andere Leute in dieses "Roxy". Horst Leichenich hat da immer Wert drop jelaht, dass da Arbeiten an der Wand hingen. Und dat war einfach wunderbar für uns, dat von uns da och wat hing. Und da ist so manches entstanden in dem Laden. Die Gilbachstraße, wo Michael Buthe damals wohnte, war auch zeitweise für mich so'n Treff, wo ich jän hingegangen bin, weil da och interessante Lück wohre, und manche, die außer im "Roxy" auch oft in der türkischen Kneipe Ecke Gilbachstraße waren: Falko Marx, die Gudula, Udo Kier, Dietmar und et Magrette, Josef Wolf, die Aisehe und der Ali.

Szene: Was war Ihr Beitrag zur Szene, oder ist sie entscheidend für Ihre Chancen gewesen?

Die Antwort rinnt mir durch die Finger.

Damals ging das also auch so weit: da ist jemand, der kauft z. B. Buthe, und auf einmal kauft der von dir was. Anders ist für mich heute, dass ich so ziemlich für mich alleine rummurkse. Ich han irgendwann schlicht und ergreifend keine Lust da drop jehat. Ich wollte nicht mehr so viel in Kneipen; ich han ävver och kein Lust - im Schnitt - op Eröffnungen zu jon. Für mich passiert da kaum noch was. Dat is auch 'ne Entwicklung, die dann ab 'nem Punkt mit wieder anderen Dingen zusammenhängt. Diese wilde Malerei, diese Wilden und dann die jungen Wilden - dat hät mich letztendlich nachher alles abgehalten, mich da noch länger reinzuhängen. Mir hät dat einfach nit jepaß, wat da so drum rum manipuliert passiert und dieses Hochloben von den Bildern! Ich han do wirklich lieber 'ne Position für mich enjenomme, die sät nein, und ich fand dat auch sehr wichtig. Dazu hätten vill mih Lück vill eher ihre Meinung sagen sollen, ob dat Qualität is oder nich. Auf einmal wissen se all, dat dat schon immer nix war. Un jetz ston die Bilder in den Kellern, im Lager und im Zweifelsfalle im Museum - jetzt wissen se et op einmal alle – Schwachsinn!

Wen fanden Sie damals besonders gut, wen heute?

Zu umfangreich, zu wertend.

Gibt es Ihrer Meinung nach Leute, die heute zu Unrecht vergessen worden sind, oder zu Unrecht Erfolg haben, hochgejubelt worden sind?

In jedem Falle unterbewertet sind sehr viele, die "dabei" waren, aber nicht künstlerisch tätig sind.

Günther Göttger z.B. hat, soweit ich weiß, eine Zeitlang wenig gemacht, hät dann aber wieder angefangen. Man hört offiziell wenig, er macht aber viel. Herbert Schäfer ist rausgegangen uss dem Kunstbetrieb; ich stell' mir dat nur so vor, dat der mit dem Kopf immer noch dabei is. Von den "Jet Ferro" jitt et nur noch den Knopp, ein angenehm Zäher. Bernd Schmitz malt schon lange nicht mehr. Darüber hinaus fällt mir Stefan Trunk ein; da hät ich jedacht, dat da mehr draus werden könnt'. Ich weiß och nit, ob der noch malt. Früher tauchte im "Roxy" och op der Geiger. Also ich kann mich an den erinnern: der machte an der Werkschule so kleene Bilder. Un da han ich immer jesat: Junge, Junge, dat is ja der Van Gogh von der Werkschule, wenn der so wigger mäht. Dä hät in dem Sinne wilde Bilder gemacht wie noch keiner wilde Bilder gemacht hat. Den fand ich wirklich interessant, aber dat is irgendwie eingeschlafen. Vom Rudolf Bonvie han ich immer jedacht: der is für alles jut, wat der macht. Den schätz' ich och heute noch. Bei Astrid Klein war klar: Wenn die wat macht, dann jeht et och zur Sache. Die hat mich in der Beziehung nit enttäuscht, dat se nit weit genug gekommen wäre. Mic Enneper ist viel weiter gekommen, als man damals gedacht hätte. Zolpers Heinz is janz schwer drüber zu sprechen: dä hät genauso jot heute drei Stufen weiter sein können, aber jenauso jot is et och, wie et jetzt is - dat is sehr kompliziert. Bernd Ackfeld is auch so ein merkwürdiger Fall: da steckt vill mehr drin, als man zunächst vermutet. Der stirbt hoffentlich erst mit 100 Jahren. Der hat damals schon so tolle Sachen gemacht. Dat der Mann Potential hät, da jitt et üvverhaup kein' Diskussion drüber. Und der war also von denen, die ich da aus unserem Jedöns kannte, auch der komplizierteste, wenn et darum jing, dat dazweimal wat hinter is. Dat hät dä janz früh für sich erkannt. Nur die Gefahr is, dat et zu kompliziert wird. Ävver dat würd' ich jederzeit unterschreiben, der kann ein Knaller werden. Als Examensarbeit hat der drei so Böjelchen jehat - diese kleinen Kladden, die man so hatte. Hät der ein Böjelchen immer nur so ABC - immer nur hintereinander ABC geschrieben - alle Sigge voll. Dat war die eine Arbeit. Dat andere wor - jläuvv ich – immer nur en janze Sick A, dann en janze Sick B, usw. . Un dat is wat Besonderes, un so seh' ich den och. Ävver ich möt ens widder gucke jon, wat dä jetz mät, denn wenn dat ens richtig komprimiert zu 'ner Aussage findet, dat kann 'ne Hammer sin.

Nachdem es die Kölner Werkschule, spätere Fachhochschule für Kunst und Design nicht mehr gibt - bedauern Sie das, oder ist das für Sie unwichtig? Ist eine Akademie als solche für Sie notwendig, wichtig oder überflüssig?

Ich bedaure, da wichtig.

Ich hatte damals so auf einmal das Gefühl als Lithograph: Du musst noch was anderes lernen. Un han dann nochmals bei dem Grafiker und Retoucheur Wedell angefangen, weil das noch mehr kreative Handarbeit war. Und das war genau neben der Werkschule. Da treff' ich in der Pause einen ehemaligen Kollegen, der schon auf der Werkschule war. Und dann wurd' dat für mich wieder ganz aktuell, wat ich schon immer wollte. Das war 1970/71. Ich wor 20/21, ävver ich wor zumindest alt genug für den Besuch der Werkschule durch die Lehre und durch die Arbeit. Ich wusste, in wat für 'nen Luxus ich da rinfahre. Ich war bei dem Professor Alfred Will. Aber da sind die Meinungen auseinander gegangen. Die Betonköppe hatten Angst vor dem, der durchschaute die Kleinkariertheit. Ich han nie en Examen gemacht. Der Mann wor einfach jut. Da ist sehr vill jearbeit worden. Der hat sehr wenig jesat. Der hatte eine Maxime: Ihr könnt machen, was ihr wollt, aber einmal im Semester will ich Ergebnisse sehen. Wer keine Ergebnisse hat, der kriegt ein Semester noch 'ne Chance; wenn er die verpasst, dann ist der raus aus der Klasse. Die Lück han jearbeitet! Der Jürgen Klauke war schon Assistent zu der Zeit, der war gut. Dann gab's den Heinrich Küppers als technischen Lehrer, auch prima. Du hattest in der Klasse alle Möglichkeiten, alles zu lernen und zu tun, wat du wolltest. Als dann der Prof. Will leider auch noch pensioniert wurde, und der Sovak die Klasse übernehmen sollte, war für mich klar: nix wie weg. Gott sei Dank hat mich der Karl Marx in seine Klasse genommen. Blitzschnell hatten wir unseren Krach. Aber der Karl Marx hat mich die letzten vier Semester sehr gut an der langen Leine laufen lassen. Das habe ich etwas später kapiert und bin ihm dafür heute noch dankbar. Die Leute, die bei dem Dieter Krämer waren, sind durch die Schule gegangen und han jeguckt, wat se noch interessiert und han dann gesagt: Hast du nicht Lust? Wir machen 'ne Künstlergruppe. Wer dat so richtig massiv initiert hat, dat wor der Zolpers Heinz. Da war noch am Anfang der Wolf Erdmann dabei un de Sigurd Wendland; da jov et noch der Hep Tentler, der sich leider janz früh opjehange hät, und da waren Niedecken, Boecker, der Karel Roesel, nachher der Charly Haupt. Wir hatten zeitweise richtig offiziell 'ne Künstlergruppe und han dann auch zusammen ussjestellt. Da sind natürlich nachher die Fetzen geflogen. Aber dat war nicht übel für uns, weil wir uns einfach jäje die Schull jestellt han. "Palazzo" hat nachher der Heinz alleine gemacht. Da wollt ich nicht mehr bei sein. Dat war mir zu viel Arbeit. Zeitweise haben wir uns jeden Tag getroffen, sind durch die Gegend gelaufen und dann wieder jeder zu sich nach Hause in sing Atelier und han fast dieselben Themen gemalt und am nächsten Tag dann wieder geguckt. Also, ich weiß z. B., dat erste Thema hat der Heinz mir selber gegeben. Der hät ja die schwarzen Tafeln damals jemalt. Da war ich total begeistert. Han ich jesat: Ich mach' jetzt auch schwarze Tafeln. Ich han ja früher nur Grafik gemacht, Radierungen, Zeichnungen. Und dann sind wir z.B. im Karstadt rumgerannt und han uns da diese Kitschkultur anjeguckt und haben damit was gemacht. "Palazzo" hat ja der Heinz schon ziemlich früh gemacht: 1976 . Dann hat sich dat bei uns ja auch wieder usseinanderjeläv. Et jov dann noch: Bildende Künstler machen Theater. Dat war ja wirklich wat Schönes. Später hat jeder halt für sich weitergemacht.

Gab's da Konkurrenz?

Unter uns Studenten schon. Die, die damals schon bekannt waren - Rune Mields, Paeffgens Otto, Hans Salentin, Michael Buthe - waren für uns Vorbilder. Ich glaub', die hatten sogar Spaß am Anfang, dat wir da so auftauchten. Und wir haben die ja auch richtig verehrt, so wat dat für johde Künstler sind. Und von daher haben wir nie dat Gefühl gehabt, dass wir dazu in Konkurrenzkämpfen stünden. Untereinander mit Sicherheit - wat so in etwa das gleiche Semester war. Bekannt werden - dat war da schon ganz früh programmiert. Ja sicher. Hep Tendler z. B. hatte ja schon 'ne Ausstellung bei dem lngo Kümmel op dem Kunstmarkt in Düsseldorf. Heinz Zolper verfügte ganz früh über Kontakte zu dem Stuttgarter Hans-Jürgen Müller. Zuerst mal war das ein Ansporn, ävver et mät sich ja keiner davon frei, dat er dat och will. Auf einmal kommt Geld ins Spiel. Und dann hat man sich einfach um Ausstellungen bemüht, dat wor ävver kein verkrampftes Bemühen, und es war auch leichter, 'ne Ausstellung zu kriegen. Wir haben z. B. nachher mal 'ne Mappe zusammengestellt mit der Brigitte Burgmer, der Heinz und ich, und zeitweise war och noch die Uschi Mayer-Wirtz dabei un han alle Galerien von Bonn bis Aachen abgeklappert - alle! Wir haben überall versucht, uns vorzustellen mit diesem Ding. Und dat jing dann wirklich so weit: Wir sin beim Zwirner rinmarschiert. Wir hatten ja die Künstlergruppe PGA. Dat wusste der Mann aber schon. Haach - Kommunisten, wenn ich das schon höre! Der Alfred Schmela hat uns sauber und korrekt mit Interesse in Düsseldorf behandelt. Produzentengemeinschaft Ars: Das roch ja danach: Die kleinen Kacker wollen uns unsere Prozente nicht geben. Wir hatten ja eh kaum Ausstellungen. Da haben wir uns einfach alleine so'n bisschen auf die Hinterbeine gestellt, aber dat war doch dann für jeden klar: Dat is doch nur der Schlüssel, damit wieder jeder einzeln in eine Galerie kann.

Dann hatten wir uns noch einfallen lassen, die kleinste Galerie der Welt zu bauen, die wir im Kunstverein ausgestellt haben. Dat wor allerdings sehr schön - wirklich. Die wor tatsächlich so groß wie 'ne Puppenstube. Und dann han mir natürlich die Lück angesprochen und han wirklich vom Sigmar Polke sooo eine kleine Arbeit gekriegt. Jürgen Klauke hat uns einen kleinen Glasrahmen gemacht, un Paeffgen un Buthe. Ich han die hück noch. Die han die mir nachher jejoffe. Dat hat Spaß jemat. Dann han mir natürlich auch alle selber ausgestellt und han janz banal die großen Namen für uns benutzt: Gruppenausstellung. Dat waren ja die Kanonen für uns. Stell dir ens vür: heute mät einer von uns en Gruppenausstellung janz unbekannter Künstler, wo der Polke bei wör, dat wör ja .... Ich denk', dat hing am Anfang wirklich mit diesen bekannten Leuten zusammen: Du wurdest automatisch 'n bisschen damit in Verbindung gebracht. Und in Köln han sich doch en janze Reih Lück och für interessiert, wat denn mal so neu kam. Jemand, der beispielsweise einen Buthe, einen Paeffgen, einen Dieter Krieg, eine Rune Mields gekauft hat, der hät dann von uns auch mal was gekauft, weil es so herrlich billig war und och nit so schlecht. Ich kann dat zurückverfolgen: da han ich dat so ähnlich wie der Buthe gemacht, oder so ähnlich wie der, dann wie der, un dat is eben so: Jeder muss sich irgendwann mal freischwimmen, und dat war auch der entscheidende Punkt dabei: Dat man irgendwann so langsam erwachsen wurde. Mit 25 waren wir ja nicht erwachsen, wir war'n ja Kinder.

Die neue Medienakademie - ist sie eine Alternative zur alten Fachhochschule, oder sogar eine Weiterentwicklung? Entspricht sie einem gegenüber Ihrer Anfangszeit gewandelten Anforderungsmodell künstlerischer Möglichkeiten, neuen (verengten, erweiterten) Rahmenbedingungen der Kunst generell, oder einer neueren Einstellung der Öffentlichkeit Kunst gegenüber?

Kenne ich zu wenig drüber. Mein Anfangsverdacht: "Zulieferbetrieb für Medien“ ist geblieben.

Auch die Medien sollen erst nach freier Suche und "unprofessionellem sich Querlegen" zum allgemeinen Verzehr benutzt werden.

Welchen Rat würden Sie heute einem jungen Künstler geben, den Sie für talentiert und substantiell halten, damit er konsequent seinen Weg gehen kann?

Erkenne den Luxus Deiner Entscheidung!

Vernachlässige die Grundlagen nicht! Von der Pike auf schadet nicht.

Pass auf, bleib gerade, übe, probe, entscheide dich, lerne ja - nein, lache, scheiter', sei kritisch, mach bitte weiter!

Plätze: Wo gingen Sie früher hin, wohin heute, warum?

Auf die Plätze? Los - Fertig- Achtung!

Am Anfang bin ich eine Zeitlang mal gerne en et "Sixpack" gegangen; da kannt' ich och die Leute. Ich bin immer da gerne hingegangen, wo ich ein paar Leute kannte und wo ich wusste, da jitt et 'ne bestimmte Art Spaß, und wenn et nötig ist, kann man och mal wat anderes bereden. Mittlerweile bin ich jähn beim "Pütz". Und da is mir letztendlich vollkommen egal - is dat nun 'ne Szeneladen oder nit. Ich hät och gar nix dagegen, in 'nen Szeneladen zu jon. Mir is dat einfach egal gewohde. Ich künnt mich och in en wildfremdes Eiscafe setzen und 'ne Eisbecher essen. Ich weiß heute eher, wat ich will, und in diesen alten Roxy-Zeiten wusste man ab 'nem Punkt nit mehr so richtig, wat mer will, aber wenn man dahingeht, wusste man, da passiert immer wat - 'ne Selbstläufer. Und zwischendurch oder wieder oder jetzt neu en et "Bauturm", et "E.W.G." un et "B.P.".Nicht zu vergessen die "guten Zeiten" bei "Tutti", "Jennies Saloon" oder "Klein Köln". Erste Garnitur auch "Eisbärbar", "C.C. Rock" un "Pink Champain".

Die Entwicklung der letzten 20 - 25 Jahre: Wie und wodurch ist Köln zur "Kunstmetropole" geworden?

Et loch ner Jeiss ens schwähr am Häzz, dat sei bloss hatte Stümpche Stäzz.

Frühe Kölsche und zugereiste Pioniere.

Schunkeltaktik und intelligente Durchhaltebereitschaft.

Wie sehen Sie die korrelative Entwicklung anderer "Kunst-Zentren" während dieser Zeit?

Konkurrenz als Ergänzung, z.B. gemeinsame kunstbesetzte Zone Düsseldorf - Köln - Bonn und Umland.

Welche Alternativentwicklung hat z.B. Berlin nach Ihrer Meinung genommen - Vorrang, Ablösung?

Eine Mauer weg, dafür jede Menge Baustellen, Schutt und Asche müssen sich erstmal setzen. Fremde un de Einheimische Pflanzen pflanzen. Milliardenirrsinn muss behindertengerechter investiert werden.

Was sind die Kriterien und Effekte?

Abwarten, Berliner Weiße trinken – Schnellzuzieher haben schon Heimweh.

Falls andere für Sie relevante Regionalentwicklungen bedeutsam sind, welche, warum, mit welcher Perspektive?

Theater Mülheim an der Ruhr als internationales Tournee-Theater mit Menschen und deren kulturintegrierendem Denken und Handeln.

Unter einem solchen korrelativen Aspekt: Wie sind die Charakteristika Ihrer Arbeit, Ihre Entwicklung, Vorhaben und Resonanz im Vergleichsrahmen der überregionalen Entwicklung der letzten 20-25 Jahre zu sehen?

Tja, was immer ich hier über die 20 - 25 Jahre halbwegs frei von der Leber gequasselt habe, ist nur ein Stück der Kurzgeschichte; eine gebündelte Gegendarstellung meiner selbst kann die Sache nur klarer werden lassen. "Doch das ist gerade jetzt ein zu steiniges Feld.".

ln diesem Zusammenhang abschließend die Bitte um Würdigung bzw. kritische Stellungnahme aus persönlicher Sicht zu Person und Arbeit verstorbener Kollegen (u.a. etwa Michael Buthe, Manni Löhe, Al Hansen).

Über allen Instrumenten ist Ruhm.

Unter allen Instrumenten ist Ruh.

Warte nur - bald ruhst auch du.

Die Liste der Erinnerung ist endlos.

Die Liste der Erinnerung ist gut.

Die Liste der Erinnerung ist notwendig.

Los und fertig, Achtung – showoff

Buthe, Hallmann und der Duchow,

nur tote Künstler sind die besten!

Museumsglas den Hütten

Dachlatten den Palästen.

----------- stellvertretend ----------

-----"hätten wir doch wohl umsonst geklopft"-----

Hier steht die Sammlung zu Befehl.