Heinz Zolper

Herr Zolper, wie kam es damals dazu, dass Sie Kunst professionell gemacht haben?

Ich bin aus einer Arbeiterfamilie, und ich war eigentlich geplant für die Fabrik. Ich sollte Schlosser werden oder Dreher - Dreher war damals „in“- das war was Feineres. Mein Vater war auch bei "Humboldt" drüben in Kalk tätig. Und die Idee, dass ich auch in einer Fabrik arbeiten sollte, hat mir überhaupt nicht gefallen. Es hat sich halt so entwickelt, dass ich in der Schule auch teilweise so durchgerutscht bin, weil ich in Zeichnen und Werken immer eine Eins hatte. Und dann merkt man: Das ist auch eine Chance. Gleichzeitig wird einem ebenso klar: du weißt gar nicht, wie du das auf die Schienen setzen sollst, denn die Familie macht selbstverständlich Gegendruck, die sagt: „Bist du bekloppt, wat willste denn malen?“ Wir hatten jemand im Hause wohnen, der malte auch und dessen Vater malte. Wir haben immer zusammen gemalt, die haben mir was beigebracht. So fing das an. Das erste Bild habe ich mit 7 Jahren gemalt. Das erste Ölbild entstand mit 9 Jahren. Und dann habe ich nach der Schule eine Lehre als Schaufenstergestalter gemacht, denn da konntest du auch malen. Da dachte ich, das wäre was Künstlerisches. Das ist aber nicht so richtig der Fall gewesen; trotzdem war es schon mal eine Alternative. Und als ich dann soweit war, dass ich mich in der Familie durchsetzen konnte, bin ich zur Werkschule gegangen. Das war 1969, als ich an der Werkschule per Begabtensonderprüfung - das gab es damals noch - aufgenommen wurde. Ich habe schon als Kind Bilder verkauft. Ich habe den toten Onkel oder einen Wellensittich, einen Spitzweg oder Rembrandts „Mann mit dem Goldhelm“ für die Verwandten gemalt und habe auch was dafür gekriegt: ein paar Mark, aber eben nichts Großartiges. Später mit 16 Jahren bin ich zum ersten Mal mit einer Mappe durch die Galerien gegangen. Da waren natürlich überwiegend Kopien drin von irgendwelchen anderen Malern, aber auch schon eigene Sachen. Und alle haben gesagt: "Prima, nett!" Aber es gab ja keinen anderen Weg, ich musste ja irgendwo mal einen Anfang finden, und dann habe ich lange Zeit nebenbei gearbeitet, z. B. in Nachtschicht beim „Kölner Stadt-Anzeiger“ in den Semesterferien. Irgendwoher kam die Kohle immer. Aber es war fast unmöglich, oder nur ganz selten mal, Bilder zu verkaufen.

Würden Sie heute noch einmal denselben Weg wählen?

Ja. Mit 15/16 Jahren war ich auch politisch sehr stark interessiert - damals DKP. Das war, und das ist eigentlich auch heute noch immer so ein Ding: Dass ich überlegt habe, ob das auch ein Weg ist: so in die Partei rein. Das war natürlich damals beeinflusst durch unsere Nachbarn, die waren auch Kommunisten, sehr intensiv, und die waren auch Mitglied in der DKP. Ich denke mir heute noch manchmal: als Politiker hätte man doch einiges mehr bewegen können. Als Künstler ist man immer nur Dekorateur der Macht. D. h., die Kunst war über Jahrhunderte immer nur Dekorateur der Macht oder ist von der Macht missbraucht worden - aber sie hat nie entscheidende Impulse setzen können. Ich habe mit den Jahren gemerkt, dass dieser Beruf, diese Tätigkeit eine gewisse Machtlosigkeit mit sich bringt - und das gefällt mir eigentlich gar nicht. Ich denke Kunst ist a priori ein kommunikativer Schritt. Ein Bild, ein Kunstwerk überhaupt, wird aber erst dann lebendig, wenn es bei anderen ist, wenn es hier aus meinem Atelier raus ist und woanders hängt, oder in irgendeiner Zeitschrift abgedruckt wird - interessiert das auch nicht mehr. Wie gesagt, Arbeiten werden erst dann lebendig, wenn sie woanders sind und sich andere mit neuen Perspektiven damit auseinandersetzen.

Was hat sich Ihrer Meinung nach in den letzten 20 - 25 Jahren gegenüber früher verändert?

Grundsätzlich hat sich seit Anbeginn der Menschheit nichts geändert. Die verschiedenen Gesellschaften haben das Außergewöhnliche oder Begabte immer mit Misstrauen beobachtet, oder es zur Verherrlichung der eigenen Macht eingesetzt. Die Kunst war und ist Distanzmittel des gehobenen Bürgertums gegen die Arbeiterklasse. In einer Stadt wie Köln, mitten im Rheinland, wo viel Industrie und Handel angesiedelt sind und eine hohe Millionärsschicht vorhanden ist, hat es die Kunst relativ leicht zu überleben, nicht zuletzt auch dadurch, dass die Mentalität des Rheinländers in seiner bigotten Einfalt dies möglich macht. So hat Köln mehrere Kunstmarktblüten hinter sich, weil Kunst und Geld sich auf's Angenehmste verquicken ließen. Heute hat die Stadt 3600 Künstler, meist zugezogene, und 156 Galerien. Das hat die Stadt verändert, zumal in einer Zeit gesellschaftlicher Wirtschafts- und Sinnkrisen, wo es den meisten Künstlern und Galerien an den Kragen geht und sie in der Flucht nach Berlin neue Hoffnung und Geld vermuten.

Kunst jetzt - welche Ihrer Vorstellungen sind wichtig geworden? Haben Sie als Person oder mit ihrem Werk oder beidem Einfluss nehmen können auf andere, oder war Ihnen das nicht wichtig?

Nun, ob meine Vorstellungen wichtig sind oder nicht, wird sich zeigen. Für mich sind sie eine notwendige Triebfeder meiner Arbeit. Ob ich andere durch meine Arbeit beeinflusst habe, kann ich nicht sagen, da ich andere nicht so genau beobachte.

Wir haben heute mit einem anderen Problem zu kämpfen. Ich sagte schon, dass die Kunst über die Jahrhunderte immer von einer Gruppe gebraucht wurde. Also erst mal war sie Realitätskolportation, weil es ja nichts anderes gab, als eben zu malen: Darstellungen von Siegern einer Schlacht, oder Fürstenportäts mit Windhunden beispielsweise. In der Neuzeit sind wir in eine Phase gekommen, wo jetzt als letztes noch mal die Kunst vom Kapital besetzt wurde, indem es erkannt hat: Das ist eine individuelle Leistung - die kann man bewerten - und was man bewerten kann, kann man verkaufen. Jetzt sind wir gerade dabei, dass diese auch Überbewertung der Kunst zu Ende ist. Das heißt: alles wird wieder billiger, die Preise konnten nicht mehr gehalten werden, die hatten ja auch nach oben hin keine Dimension mehr. Und im Prinzip hätte jemand recht, der sagen würde: Die Malerei ist eigentlich tot, weil sie wirklich für nichts mehr gebraucht wird. Die ist wie eine Frau mit 45: Der Mann will nichts mehr von ihr, die Kinder sind aus dem Haus - es ist nichts mehr drin. Selbst der Künstler kann sich nicht mehr in der Malerei sozusagen individuell gestalten, der kann nichts mehr finden auf der Fläche. Jetzt ist praktisch alles, was an der Malerei wichtig war bis dato, gegessen. Das Design hat sie von hinten und von vorne überrollt. Die Medien sind viel stärker. Wenn ich mir z. B. heute ansehe mit welchen tollen Mitteln die Videos machen. Ja, da kommen doch die Videokünstler gar nicht mehr mit. Noch vor zehn, fünfzehn Jahren war es doch so, dass man erst ein Bild hatte vom Künstler, und drei Wochen später war das Bild ein Plattencover oder eine Couchdecke. Dann fünf Jahre später waren Avantgarde und die Designer gleichauf: ein Produkt war zur gleichen Zeit Couchdecke und Bild. Und irgendwann hat das Design die Avantgarde absolut überrollt. Die sind heute weiter vorn.

Und was manche Künstler tun: Die gucken halt vom Design ab: Was haben die gerade erfunden - und machen daraus wieder ein Bild. Es ist heute der umgekehrte Fall eingetreten. Und deshalb steht die Malerei wirklich an einem Punkt, wo sie keinerlei Bedeutung mehr hat. Das sind Resterinnerungswerte an die Chance, die sie mal hatte, aber es ist im Prinzip nichts mehr drin. Diese These, die ich da eben aufgestellt habe, müssen wir aber noch komplettieren. Ich sage ja z.B. was ich tue, ist keine Kunst, kein Stil - genau auf der Basis dieser Entwicklung. Ich sage aber, gerade weil das so ist, wird die Malerei heutzutage überhaupt erst wichtig, weil sie ja bis jetzt nur ständig benutzt wurde. Jetzt ist sie ja erst wirklich unabhängig. Jetzt ist die Malerei im Prinzip dadurch, dass kein Bedarf mehr für sie besteht, erst wirklich emanzipiert. Und jetzt kann man überhaupt erst richtig loslegen.

Kunst und Geschäft: Ist es heute leichter, verstanden und gekauft zu werden? Sammler, Galeristen, Öffentliche Hand: Was ist anders, besser oder schlechter geworden?

Kunst und Markt haben nicht das Geringste miteinander gemeinsam. Das Verständnis wächst mit dem Marktwert. Natürlich auch der Umsatz. Es gab und gibt wenige gute Sammler, die sich nicht durch den Markt verführen lassen, sondern ihre ureigene Struktur entdecken und danach handeln und sammeln. Die Galerie ist als Vermittlungsmodell in die Jahre gekommen und hat nur noch wenig Chancen, sich in einer immer schneller entwickelnden Gesellschaft zu bewähren. Die Öffentliche Hand, die je nach Partei verschiedene Fördermodelle repräsentiert, übersieht, dass in Kunst und Kultur die Grundlagen unserer Gesellschaft verankert sind und reagiert auch so. Nichts hat sich verändert, verbessert oder verschlechtert. Schäl: "Es genügt nicht, keine Ideen zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken." Tünnes: "Menschen mit Ideen sind nur Edelaffen." Ich denke schon, man konnte sich damals sehr frei bewegen und konnte also schon größer experimentieren ohne jegliche Repression. Wir haben in der Werkschule die dollsten Sachen angestellt, ohne irgendeiner Repression ausgesetzt zu sein. Alle hatten Verständnis, und wenn mal was kaputt ging, gab es keinen Druck. Es gab nicht mal den Druck des Anwesendseins. Wir sind immer morgens um 10 Uhr, wenn der Franz seine Rollläden hoch machte, in die Kneipe gegangen, aber die Dozenten saßen auch da in der anderen Ecke ab 10 Uhr hinterm Vorhang - es gab überhaupt keine Drucksituation. Und dadurch konnte man Boden machen, sich relativ frei entfalten. Worüber ich mir nur Sorgen machte, war: Wenn man irgendwann von der Schule weg ist und ist praktisch im freien Wind - wie sieht es denn da aus mit den Repressalien? Sich über diese Dinge zu ernähren, ohne den schützenden Rahmen der Schule, wo man sich ja austoben konnte. Deswegen bin ich ja auch so lange da kleben geblieben wie möglich, weil ich ja auch von zu Hause noch ein paar Mark kriegte. Dann, was die Inhalte der Kunst anging, gab's auch ein paar Leute, an denen man bewundert hat, wie frech die waren, angesichts der eigenen Hemmungen, die man hatte, sich auf der Leinwand auszudrücken und abzugleichen: Gefällt das den anderen oder nicht? Da waren die Kollegen und der Dozent, und wenn der dann rein kam, lobte den Rest, und man selber wurde nicht gelobt, Scheiße, das kann der doch nicht machen! Man versuchte, mit seinen Bildern einen gewissen Zuspruch zu kriegen - von den Kollegen und auch vom Dozenten. Ein bisschen hat man sich darauf eingestellt; und trotzdem hatte man andererseits auch einen Widerwillen dagegen, man wollte sich schon eigen positionieren. Die Künstler bewundere ich zum Teil heute noch, die eine sehr unabhängige Leistung gebracht haben und damit trotzdem noch durchgekommen sind: der Ulrich Rückriem z. B. steht im Steinbruch und sagt: Hau mir mal den Brocken raus! Ich falte den noch zweimal, und dann stellst du den vor die Deutsche Bank - so. Ich meine, da kann man gar nichts mehr zu sagen - das ist einfach absolute Spitze. Da kriege ich einen trockenen Mund. Wir wollen jetzt nicht über die Inhalte der Kunst reden und darüber, was so ein Stein rüberbringt, aber das Prinzip hat auch einen revolutionären Kern: denen das auch zu verkaufen - ich finde das phantastisch. Auch Polke in Ansätzen: ,,Fremde Wesen", "Malende Flamingos" - ja, da haben wir doch vorgestanden und haben gesagt: Ja toll, das ist es. Das ist der Arschtritt - so. Das kam natürlich aus dieser Drucksituation. Wichtig war dieser selbstbefreiende Schritt darin. Botschaft hin, Botschaft her ! Das war erst mal unwichtig. Es war erst mal wichtig, dass man sich von der Gesellschaft in gewisser Weise abnabelte.

Möchten Sie kunstkommerziell heute etwas ganz anders haben? Was müsste man Ihrer Meinung nach tun?

Dazu müsste eine völlig neue Gesellschaftsordnung entstehen, die ich bei der vorherrschenden psychischen und physischen Struktur des Menschen nicht sehe. Ansonsten bleibt alles beim alten. Künstler, Werk, Kunde. Natürlich entwickelt man sich immer weiter, und natürlich bleiben Fragmente alter Entwicklung übrig, die wieder neu eingebaut werden. Natürlich verändert man auch die Perspektive zum Leben - also es ist so ein Konglomerat verschiedenster Gründe, das dann in Bilder mündet oder auch in persönliches Verhalten. Ich habe heute z.B. überhaupt kein Interesse mehr, öffentlich zu sein, außer in dem Rahmen, der für mich nutzbar ist, für meine Bilder, aber ich gehe ungern in Talkshows oder stelle mich auf eine Bühne mit 'ner Gitarre, weil ich darin heute keinen Wert mehr sehe. Ich sehe nur, dass ich der Unterhaltungsheini bin. Und das ist genau der Punkt: Wenn z. B. das Fernsehen zu mir kommt, und später läuft im WDR 3 nachts um 24.00Uhr „Der Maler Heinz Zolper" - ja dann sehe ich am nächsten Tag die Kassiererin im Supermarkt, die unter Schlafstörungen leidet: "Ja ich habe Sie doch gestern im Fernsehen gesehen. „Und drei Mann mehr sagen: Das ist ein Arschloch.“ Da habe ich nichts von.

Köln - für Sie ein notwendiger oder ein beliebiger Platz? Gibt es Köln bezogene Wichtigkeiten für Sie heute noch, oder könnten Sie sich heute eine bessere, fruchtbarere Umgebung vorstellen?

Köln ist mein Geburtsort, das ist mal Fakt. Ich mag auch die Stadt an sich gerne; auch die Mentalität ist toll hier. Köln hat so was Südländisches, auch ein bisschen Amerikanisches: es ist immer alles dreckig. Ein neuer Platz - das dauert keine fünf Minuten, dann ist der bekleckert, dann wird der eingekätscht. Und wenn man sich mal diese ganze Architektur anguckt: Das ist alles hoch und runter kaputt. Es ist einfach eine schöne Stadt, und ich bin auch gerne hier. So ist diese Stadt für mich Heimat, aber ich könnte genauso gut woanders leben und arbeiten - insofern ist sie für mich nicht sehr wichtig. Und ich war ja lange weg. Ich war fast vier Jahre in Amerika; in New York habe ich damals eine Wohnung gemietet, die ich auch jetzt noch habe. Ich war drei Jahre in Amsterdam. Das war Anfang bis Mitte der 80er Jahre. Ich war nicht durchgängig im Ausland, sondern bin zwischendurch immer wieder gerne hierher zurückgekommen. Köln ist eine tolle Stadt. Aber die offizielle Ebene von Burger bis runter zu Antwerpes ist eine absolute Katastrophe. Sie ist wie ein wandelnder Witz.

Köln - Provinz, Weltstadt, Sprungbrett, Hindernis? Wäre für Sie eventuell etwas anders gelaufen, wenn Sie nicht in Köln gearbeitet hätten?

Klar gilt der Künstler im eigenen Land oder in der eigenen Stadt nicht viel. Einige haben die Kurve über Amerika gedreht und sind zurück und hatten damit Erfolg. Köln ist weltweit gesehen mit seiner Einwohnerzahl und Quadratmetern eine mittlere Kleinstadt. Und so verhält sich auch die Stadt gegenüber ihren Künstlern, also eine durchaus stimmige Situation. Es ist wie eine Art Komödie, wie eine Tragikomödie - dieses Gerangel ist ein verkleinertes Modell der Gesamtpolitik. Das ist wie überall, das ist auch wie in Bonn. Und es bleibt eben auch recht wenig übrig, wenn man mal davon ausgeht, dass der Politiker der Diener des Volkes, sein soll, und wenn man davon ausgeht, dass auch ein Verwaltungsmann ja im Prinzip etwas verwaltet, was ihm überantwortet wird im Dienste der Öffentlichkeit - und die Öffentlichkeit sind wir . Ich finde es ganz toll, wenn ich durch den Grüngürtel gehe, und sie haben da irgendwo ein paar Blümchen hingepflanzt Das ist ja schon mal was. Okay, dann sag' ich mir, irgendwo sind sie ja nutzvoll Aber insgesamt gelingt es ihnen nicht, ein koordiniertes Vorgehen, ein Gesamtvorgehen zu Gunsten des Bürgers, auf die Schiene zu bringen, sondern sie sind eben mehr damit beschäftigt- wie überall in der Politik - ihre eigenen Interessen, ihre eigenen Ideen, nicht mit den anderen zusammen, sondern gegeneinander durchzusetzen, und dann bleibt immer nur ein Scherbenhaufen übrig. Wenn ich woanders angefangen hätte, wäre ich mit Sicherheit weiter. Also, wenn ich in Amerika geblieben wäre, wäre ich heute viel weiter, zumindest was die Popularität angeht. Da hätte ich eine ganz andere Entwicklung genommen, aber ich weiß nicht, ob’s nicht langweiliger gewesen wäre als hier. Ich könnte ja auch jetzt noch gehen. "Kleine Geschenke verderben die Freundschaft." Damals hier hatten wir natürlich auch unsere Stärke des Vorgehens. Das hing auch damit zusammen, dass der Kölner von seiner Struktur her sehr schwer begeisterungsfähig ist, also dem ist alles egal. Und das ist auch bis heute so geblieben. Man kann die Leute einfach nicht hinterm Ofen hervorlocken, das kölsche Kunstpublikum ist so was von gelangweilt und natürlich auch verwöhnt. Und das war auch damals so und auch mit ein Grund, warum unsere Art oder meine Art, die Dinge zu sehen, immer intensiver wurde. Das heißt, ich hab' immer weiter gedrückt und immer extremer und habe gesagt: Wann bewegt sich denn dieser Pudding mal? Wir haben ein paar Aktionen nicht gemacht, die wären noch extremer geworden.

Öffentlichkeit, Gesellschaft, Stadt Köln - Haben Sie bei der Realisierung Ihrer Ideen Unterstützung gefunden, auch materielle?

Die Stadt Köln hat sich ja in den letzten 20 Jahren im Prinzip an der Kunst-Szene gar nicht beteiligt. Der Stadt ist der Titel Kölns als Kunstmetropole Europas in den Schoß gefallen. Ich kann mich noch erinnern, bei Hackenberg war das so: Den habe ich angerufen und gesagt: "Hör mal, ich bin pleite." Dann sagte der: "Ja komm vorbei." Und dann haben wir drei Bilder in den VW geladen, und dann wurden die oben hingestellt. Er kam kurz raus und sagte: "Das nehme ich. Was willst du dafür?" "2000,- DM." Dann war das Thema erledigt. Hackenberg hatte einen Referenten und eine Sekretärin. Dann kam Nestler, und alles wurde ganz anders. Und dann hat "Palazzo" Nestler geschrieben: "Wir begrüßen Sie in der Stadt und würden uns gerne mal mit Ihnen zum Gespräch treffen." Das war der Ansatz wieder, Einfluss zu nehmen. Er hat uns gar nicht geantwortet. Dann haben wir folgenden Brief geschickt: "Du hast einen Termin bei uns. Um 15.00 Uhr, Freitag, hast Du bei uns im Atelier anzutreten!" Daraufhin schrieb er natürlich einen Brief: "Die Art, wie Sie mit mir Kontakt aufnehmen, macht es mir leicht, Ihnen abzusagen." Das war das Thema Nestler. Er kriegte Riesenbüros, kriegte 14 Sekretärinnen, zwei Referenten, und, und, und... . Und hat die Kohle einfach für sich verblasen. Ich habe damals zufälligerweise den Haushaltsetat eingesehen: Da waren 680.000 DM, die waren weg. Da stand überall: Radiergummi usw. . Der verblies den ganzen Etat für sich, heraus kam nichts. Sie haben erst New York-Stipendien gestrichen - es wurde immer weniger. Da gab's Atelierräume, da hättest du keinen Hund unterbringen können, dahinten in der Schwartau-Halle. Da hatte Charly Banana ein Atelier: 40qm. Es ging alles so ein bisschen den falschen Weg. Da gab's mal ein "Theater der Welt''. Sie haben so ein paar Großprojekte gehabt, oder diese Geschichten in der Messe: "Westkunst", "Bilderstreit" und so ein Zeug, dafür haben sie dann viel Kohle verblasen. Aber im Prinzip hat sich nichts getan. Und es ist auch heute noch so. Heute werden beispielsweise ständig die Grundgebühren erhöht . Da hörst du immer: Die Stadt ist pleite. Da wollen die die Artothek zumachen, weil die 200.000,-DM im Jahr kostet, was ja ein Witz ist. Gleichzeitig bauen sie aber ein neues Museum. Ich bin nicht gegen ein neues Museum, aber ich will genau wissen, wo die Kohle herkommt! Das lass ich mir erklären, dafür bin ich auch noch mal öffentlich, einen Moment lang. Und wenn dann die Stadt auf einmal wieder Kohle hat, dann stimmt da ja was nicht. Die Stadt hat doch immer nur Schwein gehabt - auch mit dem Ludwig. Die haben doch immer nur Glück gehabt. Das kann man so sagen, denn von der Stadt aus sind keinerlei Initiativen ergriffen worden, und ich bin auch heute der Auffassung, dass die Stadt das prinzipiell auch gar nicht interessiert.

Gab es damals etwas Wichtiges, was Sie konkret nicht realisieren konnten?

Wir hatten z.B. eine Sache vor: Wir wollten Kunstwertumstimmung betreiben. Und wir hatten gehört, dass jemand multiple Sklerose hatte und gesagt: „Der lebt sowieso nicht mehr lange, der kann das ruhig machen.“ Dem wollten wir eine Sprühbüchse in die Hand drücken, und der sollte dann im Museum Ludwig über "Die Brücke von Arles" von van Gogh also "Palazzo" sprühen mit Lack - also Kunstwert umformulieren. Dann sagte der uns aber: "Nee, so schlimm ist es noch nicht, ich sterbe noch nicht." Und dann haben wir das gelassen, weil der eben noch nicht so nahe am Tode stand. Wir haben auch mal einen Club, der Modellflugzeuge und so was machte, angesprochen, wollten einen Hubschrauber nehmen und darunter eine Sprühbüchse befestigen und "Palazzo grüßt Köln" unter den neuen Funkturm, direkt unter die Spitze noch vor der Eröffnung sprühen lassen. Und das geht ja in den Beton und geht nie wieder ab, und darunter kommt auch niemand dran, weil das so überhängt. Dann kriegten die von dem Club aber kalte Füße: „Ja, nee, das dauert je einen Moment, und das macht ja auch Krach, das Ding, das ist ja laut.“ Und der Hubschrauber kostete auch 4000,-DM.

Das heißt, Sie wollten sich, ohne dafür finanziell zu bluten, selbst verewigen?!

Ja, wir hätten dann ein Alibi gehabt. Wir hätten in der Kneipe gesessen und gesagt: "Was? Wir? Wir haben hier doch 100 Zeugen." Dann gab's eine Geschichte, da war der Papst in Köln, und da wollten wir einen Schauspieler nehmen, der so aussieht wie der Papst und den auch so einkleiden, mit einem Mercedes und allem drum und dran. Und wenn der eine da war, wäre der andere an einem ganz anderen Ort aufgetreten und hätte eine Kirche gesegnet - der falsche Papst. Und wir hätten das alles fotografiert. Man hätte natürlich gesagt: „Ist das jetzt der Papst oder das? Nein, der ist hier.“ Andere hätten gesagt: „Nein, der ist am Butzweiler Hof.“ Und dann: „Wie, der andere da? Das ist doch der falsche.“ Da hätten wir also Riesenkonfusion geschaffen. Und die Aktion mit dem Geld haben wir ja umgesetzt, das war diese "Europa 80". Da haben wir 28.000,-DM ausgeschüttet, verklebt und lackiert. Nein, wir haben sogar insgesamt 35.000,-DM aufgenommen, und zwar bei "Delbrück & Co." und hatten auch eine Kreditbescheinigung, die haben wir als Kunstwerk in den Raum gehängt, weil: Das sind ja Privatbankiers. Da kriegst du normalerweise kein Konto und schon gar kein Geld. Das war Spitze. Wir haben noch "Palazzo" aus Plexiglas machen lassen mit einem ganz dicken Kupferrohr so durch und falsch geschrieben, mit einem "z" nur und dann in der Mitte in den Raum gehängt!

Ichüberlege jetzt aber, was wir noch nicht gemacht haben. Ich war eine Zeitlang mit dem Bernd Ackfeld zusammen - da haben wir nur noch geredet. Und jede Idee, die aufkam, wurde zerredet. Wir haben nur noch im Cafe gesessen und diskutiert, aber wir haben so lange diskutiert, bis der Schwung aus der Idee war. Das war um 78/79. Und dann haben wir auf einmal gemerkt: Wir kommen gar nicht mehr voran, weil jede Idee nach allen Seiten hin immer abgeklopft und so lange daran gedreht wurde, bis nichts mehr übrig war. Das war dann auch der Punkt, wo wir uns so langsam auseinanderlebten: Es ging nicht mehr. Wir kriegten nichts mehr auf die Beine.

Dann hatte ich mal eine Situation, da hat mich Semjonov, der Sonderbotschafter aus der UDSSR, eingeladen nach Moskau und hat gesagt: Die Stadt soll das bezahlen. Ich habe Gellner angerufen und gesagt: „Semjonov hat mich nach Moskau in den Kreml eingeladen und hat gesagt, dass ihr das bezahlen sollt." Semjonov war übrigens einer der größten Kunstsammler der UDSSR. Gellner regte sich auf: „Wieso sollen wir das denn bezahlen? Wie kommt der denn darauf, dass wir das bezahlen?“ Ich habe dann Semjonov angerufen und gesagt: "Die Stadt will die Kosten nicht übernehmen. Ich komme nicht." Ich fahre doch nicht auf eigene Kappe dahin. Was soll ich in Moskau? Aber das war auch so ein Punkt. Da hätte die Stadt z. B. was tun können. Ich hätte mit Sicherheit die Presse mitgenommen und hätte daraus eine dicke Sache gemacht. Im Prinzip hat die Stadt es verhindert, und dann gab's noch so eine Geschichte: Ich sollte mal eine Figur machen für den Rathausturm; das war fast kriminell. Dafür wollten sie 20.000,- DM bezahlen. Davon solltest du aber den Stein bezahlen, den Transport, der Stein musste auch noch getränkt werden, und dann blieben am Ende nur noch 3000,- DM/4000,-DM übrig. Ich habe gesagt: „Dafür kloppe ich doch nicht so ein Ding.“ Außerdem waren sowieso in dem Umfeld solche Leute - da wollte ich auch nicht gern dabei sein.

Gibt es etwas, was Sie heute sofort tun würden, wenn Sie ohne Limit die Möglichkeit dazu geboten bekämen?

Ja ein Flug zum Mond. Darüber hinaus geistert mir noch so eine Idee im Kopf rum: noch mal "Palazzo" zu machen: Eine Nummer. Die haben wir ja sowieso immer nur einmal gemacht, und immer nur, wenn's auch einen Grund gab dafür. Das soll ein "Palazzo" sein - das kann man fast gar nicht erklären - ich versuch's mal: Es gibt Fotos, Bilder Kataloge - sagen wir mal einen Katalog über Büromöbel, wo Stahlschränke abgebildet sind. Es gibt auch Aktfotos, wo sich kein Mensch einen drauf wichsen kann, weil die einfach so beschissen sind, so leer. Das ist so, als beißt man in eine unveredelte Birne, das bleibt kleben an den Zähnen, und so will ich noch mal entweder ein Buch oder eine Zeitung machen, wo nur solche Dinge drin sind: Texte, Bilder, Fotos, wo es, wenn man das blättert, einen so richtig auslaugt, das einem kein Vergnügen lässt, nicht einen Punkt, wo man das Gefühl hat: das ist nun mal was - wirklich nur ausgesuchte leerste Dinge: Texte, alles Mögliche. Das müssen auch gute Sachen sein, aber es muss eine Zeitung sein, die überhaupt keinen Zünder hat, die also gänzlich leer ist. So etwas würde ich gerne noch mal machen. Ich habe auch keine Probleme, mir Dinge zu finanzieren. Wenn ich jetzt unbedingt wollte, dann würde ich das schon finanziert kriegen. Ich habe ein tolles Buch hier von Douglas Hofstätter: "Gedanken ums Ich". Da wird das Ich gezwungen, über sich selbst nachzudenken, und das ist dem ja zuwider. Da sind Artikel drin, da macht es wirklich Mühe, die zu lesen. Ich verleihe das immer mit Freuden, weil ich genau weiß, ich kriege es nach zwei Wochen wieder: Ein Driss-Buch.

Szene: Gab es eine, und wollten Sie damit etwas zu tun haben (mitmachen, sie ändern) oder dagegenhalten?

Es gab eine Szene, und ich wollte mitmachen, weil ich als junger Künstler eine romantische Vorstellung vom Zusammenhalt der Künstler hatte. Später merkte ich dann, dass es z.B. Diskussionen über künstlerische Inhalte nicht gab, sondern die Szene sich darauf beschränkte - von einzelnen Seilschaften abgesehen - sich gegenseitig niederzumachen. Das aber interessierte mich nicht, und so zog ich mich zurück. Zuerst ging von der Szene eine psychologische Faszination aus. Man merkte ja auf einmal irgendwann: Man ist Künstler. Man begriff auf einmal, was der Künstler für einen exotischen Stellenwert in der Gesellschaft hat - aber auch hier in Köln ganz speziell. Beeinflussen konnte ich das damals nicht. Aber ich bin auf jeden Fall so nahe wie möglich ran, erst mal unter positiven Aspekten, und ich habe eine Menge dabei rausgefummelt für mich. Es gab auch menschliche oder emotionale Berührungspunkte, die für mich nicht unwichtig waren. Eines der großen Probleme war dieses krampfhaft nach Neuern suchen - sich unterscheiden wollen von anderen - also gucken: Was macht der? Dann kann ich das eben nicht mehr machen, dann muss ich was anderes machen. Dieses Krampfhafte, diese Originalität, die ja eigentlich immer nur aus einem selbst heraus wachsen kann, die sozusagen künstlich herbeizuführen, das war einer der Hauptpunkte, die damals die Szene ausmachten. Jeder Künstler muss ja seine Aussage ein bisschen höher stellen als die des anderen, zwangsläufig; es gab natürlich auch diese psychischen Verschiedenheiten, die bis heute bei einzelnen Künstlern ganz enorm sind, z.B. Paeffgen lässt ja immer noch nichts gelten außer seiner eigenen Arbeit. Damals haben sich Leute erst mal in die Mitte der Szene gebracht und das primär durch ihre Leistung. Manipuliert wurde nicht direkt. Klauke hat mit dem "Roxy" einen Zusammenschluss betrieben. Der Horst und der Jürgen sind bis heute Freunde und haben schon Meinungen gebildet in der Gruppe und insofern natürlich auch manipuliert Und dann natürlich der Michael Buthe, der eher durch sein Erscheinen, durch seinen Auftritt manipulierte, also auch die Künstler färbte. Auch bei Lambertin und mir tauchte auf einmal Glimmer auf. Das färbte sozusagen unbewusst. Und dann natürlich der dritte im Bunde: Paeffgen, der immer laut an der Theke alles bewertete, also sozusagen Noten verteilte, der auch seine Gruppe hatte damals - hinter ihm versetzt Rune Mields, die in das gleiche Horn stieß. Und durch diese Notenverteilung, durch dieses ständige laute Bewerten wurde die Gruppe beeinflusst.

Wer war die Gruppe denn?

Das war Carol Bethke, Charly Banana, Theo Lambertin, Bernd Ackfeld, ich, Rudi Bonvie, Astrid Klein und noch eine ganze Menge drum herum, die auch Künstler waren oder Halbkünstler oder Musiker und dann die ganze Truppe im weitesten Umfeld - Szenefiguren. Die führten dazu, dass die Leute dahin kamen, um zu gucken. Und der Horst hat das immer sehr geschickt gemacht - der hat die auch immer angezogen, die brauchten auch teilweise nicht zu bezahlen. Der hatte eine Riesenkiste unten mit Deckeln drin, die wurden dann auch immer weggeschmissen, weil der genau wusste, dass die Leute ziehen. Horst Leichenich hat im Prinzip die Szene erfunden. Später im anderen "Roxy" oder im "EWG", da gab es auch wieder solche Gruppen. Das wurde erst ein bisschen aufgesprengt, nachdem neue Künstler, die neue Generation, also die Wilden, auftraten - die gingen ja woanders hin, in "Kellers Restaurant", in die teuren Buden irgendwo. Es war so: Wenn neue kamen zu uns, wurden die nicht aufgenommen, sie mussten sich erst mal bewähren und wurden vor der Tür gehalten. Das hat was sehr Familiäres gehabt. Man hat es natürlich auch mit Spaß betrieben; man hat es genossen - z. B. diese Aktion: 40.000,-DM auf die Erde kleben und sich dann draufsetzen im Fernsehen und sagen: "Ja, ist ein ganz schönes Gefühl!" Es wäre ja alles tote Hose gewesen, wenn ich anschließend ins Bett gegangen wäre. Nein - anschließend wurde das dann an den öffentlichen Plätzen natürlich abgefeiert. Man holte sich seinen Lohn schon ab. Man wollte auch was da für haben. Man ging selbstverständlich an die Plätze, wo die anderen waren, z. B. ins "Roxy", um es zu genießen. Man ging auch auf Vernissagen: zu der Oppenheim oder wohin auch immer. Man fuhr auch noch nach Bonn - wenn jemand sagte: Das ist doch der Zolper. Man holte sich schon überall alles ab, was man dafür kriegen konnte. In Mönchengladbach oder München kannte uns natürlich keiner mehr. Aber die Düsseldorfer hielten selbstverständlich dagegen. Das tun sie heute noch. Die hatten ja auch eine eigene Kunstszene, also da der lmmendorff, der hier an die Wand der Kunsthalle sprühte: "Köln ist ein Arschloch." Das war natürlich nicht nur auf die Kunsthalle gemünzt, sondern war einfach auch dieser Gegendruck. Und wir sind natürlich nach Düsseldorf gefahren und haben da rumgemeckert und gemosert und haben gesagt: „So 'n Driss hier!" Wir sind an die Akademie und haben da alles niedergemacht - ist ja klar! Wir haben so ein bisschen den Fehdehandschuh aufgegriffen. Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass das Modell auch funktioniert, dass ein Miteinander, so ein solidarisches Miteinander der Künstler wesentlich stärker ist als dieses Zersplitterte jetzt - jeder für sich und alle gegen einen und umgekehrt. Das bringt gar nichts. Ich habe eine Gruppe von Künstlern gefunden, die sind locker, aber die schieben sich zumindest schon mal gegenseitig die Informationen zu, Künstler, die auch dem Kunsthandel einen geringeren Wert zumessen.

Szene: Was war Ihr Beitrag zur Szene, oder ist sie entscheidend für Ihre Chancen gewesen?

Lambertin, Niedecken, Lugosi, Banana und ich - wir haben eine "PGA" gegründet, das war die „Produzentengemeinschaft Ars". Es war der Versuch, Vermarktung und überhaupt Öffentlichkeit selber herzustellen, also andere im Kunstmarkt nicht zu brauchen und alles auf eigene Schienen zu setzen. Dann gab es eine "PGA 2" unter veränderten Bedingungen: gegangen ist Charly Banana, und Andreas Lugosi mußte gehen, weil er der Meinung war, dass eine Gruppe ihn schützen würde gegen die Öffentlichkeit. Aber tatsächlich ist diese Gruppe, wenn sie gut gemacht ist, intensiver, also die Kontrolle ist viel höher als durch die Öffentlichkeit, und das war sein Missverständnis. Dazugekommen sind damals der "Schmal" Boeker, also der Freund von Niedecken, der auch heute mit dem die Trömmelchen macht, und Rainer Gross. Und dann gab's eine Trendwende: Lambertin, Uschi Wirtz-Mayer (Maya) und ich blieben übrig von der ganzen Truppe, und wir haben das umbenannt: Aus der "PGA" haben wir "Palazzo dell' grande arte" gemacht; in der Umwandlung des Namens liegt auch eine Theorieumwandlung. Es ging also nicht mehr in Richtung Sozialismus, dass Künstler zusammen politische Bünde bilden, sondern, dass man das ganze Ding subversiv aufbereitet - Ironie hineinbringt, also sozusagen zerstört mit Humor. Nachher ist vom Ganzen "Palazzo" übrig geblieben. Ich habe mit Lambertin zusammen ein paar Sachen gemacht: "Heinz Zolper und Theo Lambertin zeigen im Wallraf-Richartz Museum lnteresse". Wir haben uns dahin gestellt und Interesse gezeigt. Oder wir haben die kleinste Galerie der Weit gebaut für den Kunstverein und haben da Ausstellungen gemacht: ein bekannter, ein unbekannter Künstler. Bernd Ackfeld wurde Direktor der Galerie. Und dann habe ich mit Lambertin eine Mappe gemacht: "Fäkalien und Eros". Wir hatten sehr viel Spaß miteinander, wir haben sehr viel gelacht und haben angefangen, immer mehr in die Öffentlichkeit zu gehen, uns immer mehr getraut, nach vorne zu gehen. Damals war ja eine Zeitlang das "Roxy" das "Lambertin-Zolper-Museum". Da hing ja alles voll von uns. Es war so, dass wir, Charly ,Theo, Bernd und ich im "Roxy" die jüngeren waren. Klauke, Paeffgen, Buthe, Rune Mields, die waren ja schon ein bisschen älter und arrivierter. Die waren nicht gegen uns, die haben uns betreut. Ich war sehr eng befreundet mit Paeffgen, eine lange Zeit, auch mit Rune Mields. Aber ich hatte auch das Gefühl: Sie halten uns ein bisschen klein. Paeffgen sagte dann immer: "Ja is noch zu früh. Mach' noch en Johr!" Und ich habe gesagt: "Arschloch! Wieso soll ich noch ein Jahr warten?" Ich wollte schneller voran. Ich habe gesagt: "Bring' mir mal die Magers in et Atelier!" Oder Rune Mields: "Ja, das ist ja ganz toll, aber das muss noch ein bisschen reifen." Unter dem Deckmantel der Sorge wurde man immer ein bisschen aufgehalten. Diese Roxy-Zeit: Man traf sich da immer, man lobte sich untereinander, das war wie so eine Lebenshilfe e.V. . Es gab mal Streitereien, aber im Prinzip lobte man sich. Man mochte sich, man traf sich. Dann bildete man mal Gruppen. Buthe hatte seinen Zirkel. Auch wurden Qualitätsbegriffe geprägt. Also: Buthe hatte irgendwo eine Ausstellung, da sagte Klauke: "Jot!" Das galt aber nur innerhalb dieses Zirkels. Und aus diesem Zirkel bin ich dann irgendwann ausgebrochen, ich bin einfach einen Schritt zurückgetreten: Das mache ich nicht mehr mit, das ist ja erstickend. Das kann doch nicht sein, dass so eine Gruppe sich gegenseitig was vormacht. Ich muss einfach da raus. Was passierte, war: Liebesentzug - ist ja klar! Dann entstehen plötzlich Fronten, die bis heute übrigens bestehen. Paeffgen sagt Krips: „Wenn du den Zolper ausstellst, dann kriegste von mir nix mehr!“ Ich dürfte das eigentlich hier nicht sagen, aber mir ist das vollkommen egal. Ich müsste weit weg, am besten nach Amerika. Hier ist es für mich am schwersten - nur: auf der anderen Seite macht das auch Spaß. Der Theo ist dann nach Martinique gegangen, der bekam da ein Stipendium. Bernd, meine damalige Freundin und ich haben dann dieses "Palazzo" auf die Schienen gesetzt. Wir haben gesagt: Dann machen wir mal 'ne Zeitung! Diese Zeitung war natürlich nichts Objektives. Wir haben gesagt: Das schaffen wir nicht, dann machen wir einfach eine ganz subjektive Zeitung. Ich hatte ein paar Bekannte, Starfotografen, wir sind mit denen immer durch die Welt und haben alle möglichen Stars fotografiert, uns immer dabei gestellt oder an die Titten gepackt - sagen wir mal: Geschichten gemacht, die immer irgendwo mit Malerei zu tun hatten. Wichtig war, dass sie nicht möglich waren. Ein normaler Journalist hätte das nie geschafft: Andy Warhol sagt:" 'Palazzo' ist schön." Der nahm aber zu der Zeit noch nicht einmal eine Orange in die Hand - da wollte er direkt eine Million für. Der ließ also nicht mit sich werben. Und wir haben das eben trotzdem geschafft, dass der sich dahin setzt und sich für uns ablichten lässt mit seiner Zeitung. Und der Karel Gott - die Managerin haben wir weggeschickt: Geh' mal ein Eis kaufen! - Dem haben wir dann aus der "Palazzo" ein Schiffchen gemacht und auf den Kopf gesetzt - nur wegen dem Titel: Mein Gott, Herr Gott! Wir haben aus der Mülltonne von Doris Day die Fotos herausgeklaut: Da steht sie am Grab ihres Pudels. Oder wir haben irgendeinen Fürsten nackt abgebildet. Wir haben immer versucht, Dinge zu tun, die nicht oder nur schwer möglich sind. "Palazzo" war 76 - 81. Wir haben ein Theater eröffnet in der Venloer Straße: "Palazzo Theater". Da haben wir jeden Abend Aufführungen gemacht, bis die Feuerwehr zugemacht hat. Das war teilweise Kabarett, teilweise von uns geschriebene Sachen. Ich habe mit Bernd Ackfeld ein paar Theaterstücke zusammen gemacht. Im Vorfeld hatten wir mal das Theater "Cordial" gemietet. Da haben wir mal drei Tage: "Bildende Künstler machen Theater" aufgeführt. Also: Künstler versuchen ihre Ideen, die sie normalerweise in Kunstwerken verwirklichen, auf die Bühne zu bringen. Da war C.O. Paeffgen mit dabei, Rune Mields, H.G. Prager, Grützke aus Berlin. Grützke hat eine Rede gehalten an die Kölner. Und Theo Lambertin und ich haben Tischtennis gespielt auf der Bühne, haben die Bälle signiert und ins Publikum gekickt. Wir haben auch Musik gemacht, und dann gab's so ein Familienstück, ein Drama darüber, dass ein Kind kacken musste. Einige waren entsetzt, weil sie das neue "Theater Voltaire" erwartet hatten, und andere waren halt ganz begeistert. Das war immer so ein Zwischending. Im Prinzip hatte das nicht so richtig was mit Kunst zu tun, aber es war auch nicht keine Kunst, hatte nichts richtig mit Qualität zu tun, aber hatte auch nicht keine Qualität. Das war immer so wie Zwielicht.

Wen fanden Sie damals besonders gut, wen heute?

Schwer zu sagen. Sicherlich haben mich Picabia und in seiner Folge Polke beeinflusst, beeinflusst im Sinne von Aufzeigen, was möglich ist in der Malerei; Blalla Hallmann, Dieter Krieg beeindrucken mich hier und da, auch Klauke und Blume.

Gibt es Ihrer Meinung nach Leute, die heute zu Unrecht vergessen worden sind, oder zu Unrecht Erfolg haben, hochgejubelt worden sind?

Man kann hier nicht von Unrecht reden, sondern: durch glückliche Umstände haben sich Händler und Künstler getroffen und haben zur richtigen Zeit das Richtige getan. Ob dies zu einem späteren Zeitpunkt in der Kunstgeschichte Bedeutung haben wird, wird sich zeigen. Dass Künstler vergessen werden, wenn sie keinen Markt haben, ist normal. Ob dies zu Unrecht geschieht, kann ich nicht generell beurteilen. Es ist keiner vergessen worden. Es sind ein paar gegangen. Und nach Gegangenen fragt man nicht mehr. Wenn sie sich wieder melden, dann erinnert man sich auch wieder daran, aber jeder geht ja seinen Weg. Bernd Ackfeld z. B. ist ein sehr introvertierter Mensch und sehr intellektuell, jemand, der immer sehr präzise nachdenkt, und das hat ihm auch immer ein bisschen im Weg gestanden - dadurch ergibt sich für ihn so eine Ambivalenz, auch in Richtung Kunst: tue ich es, oder tue ich es nicht? Wenn der was tut, macht er immer sehr radikale Sachen und sehr eigene Geschichten. Das war auch damals schon so. Aber damals, sagen wir mal in unserer Verbindung, war das natürlich sehr perfekt. Ich war damals schon von so einem Aktionismus bestimmt, und das hat dem Bernd sehr geholfen, und er mir auch - also wir uns gegenseitig, genauso wie das damals mit dem Lambertin war - das war auch eine sehr befruchtende Angelegenheit: Da ist für jeden viel mehr bei herausgekommen als allein. In dieser Zeit haben wir uns eben gegenseitig geschoben - jeder auf seine Art - und durch die Verbindung kam natürlich auch eine Menge raus. Alleine in der Kunstszene zu sein, ist natürlich schwerer, vor allen Dingen, wenn man sensibel ist. Sensibilität ist selbstverständlich wichtig, aber irgendwo muss man auch ein bisschen so eine kleine Mauer haben, denn sonst kommt man in der Kunstszene überhaupt nicht voran.

Nachdem es die Kölner Werkschule, spätere Fachhochschule für Kunst und Design nicht mehr gibt - bedauern Sie das, oder ist das für Sie unwichtig? Ist eine Akademie als solche für Sie notwendig, wichtig oder überflüssig?

Ja- das war ja erst mal Werkschule. Dann wurde es Fachhochschule, und dann sind die Dinge nicht anders gelaufen als in der Stadt generell. Dann gab's Direktoren. Erst war Strack der Direktor - das hieß dann "Fachhochschule für Kunst und Design". Und der konnte es nicht so richtig mit der Verwaltung. Danach kam Marx dran. Also ich weiß, einen Künstler zum Direktor zu machen, ist immer ein bisschen schwierig. Der genoss das sehr, hielt Hof und hat dann auch vielleicht für sich da was herausgeholt ­ aber ich kann das letztendlich nicht beurteilen. Man hat den Eindruck, und das wurde auch gesagt, dass er mit dafür gesorgt hat, dass das jetzt zur Medienschule wurde. Ich meine: Es ist ja kein Fehler, in einer Stadt eine Medienschule zu haben. Aber: Obwohl Düsseldorf ja sehr nah ist - trotzdem muss so eine Stadt wie Köln eine Akademie haben als Weltstadt der Kunst. Aus meiner Perspektive sind Akademien wichtig, weil sie verkleinerte Modelle sind - Übungsfreiräume, wo man sich schon mal mit den Dingen auseinandersetzen kann. Man muss da nicht unbedingt Trainingsbereiche haben; man kann die anbieten. Ich meine, man muss dann drüber reden: Wie wird so was gefüllt? Nimmt man da nur Penner auf, die irgendwo einen trockenen Platz hinterm Ofen suchen und ihre Pension sichern wollen und dann einmal im Jahr da vorbeihuschen: Dat habt ihr all jut jemacht! Oder nimmt man Leute mit pädagogischer Verantwortung, die aber auch offen genug im Kopf sind, tatsächlich Denkbahnen freizulegen. Das müsste man diskutieren: wie diese innere Struktur aussehen müsste. Aber das Prinzip der Akademie ist für mich immer noch eine Antwort. Deswegen ist es schade, dass wir keine mehr haben. Das sind die Politiker hier, die kriegen das einfach nicht durch. Antwerpes pflastert die ganze Autobahn von Köln bis Aachen voll mit Schildern, Dings und Theater. Das schafft der locker, aber dass hier mal so was Wichtiges wie eine Akademie hinkommt, das schaffen die Politiker nicht. Daran haben·sie wahrscheinlich auch kein Interesse, weil: Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass jeder Politiker bis heute immer noch denkt, dass die Kunst einen revolutionären Kern hat und im Prinzip immer halb am Verhungern vorbei behandelt werden muss. Also den Politikern ist die Kunst immer suspekt.

Die neue Medienakademie - ist sie eine Alternative zur alten Fachhochschule, oder sogar eine Weiterentwicklung? Entspricht sie einem gegenüber Ihrer Anfangszeit gewandelten Anforderungsmodell künstlerischer Möglichkeiten, neuen (verengten, erweiterten) Rahmenbedingungen der Kunst generell, oder einer neueren Einstellung der Öffentlichkeit Kunst gegenüber?

Nein, sie ist weder eine Alternative noch eine Weiterentwicklung der Fachhochschule, sondern Medienakademie. Dass Künstler nach neuen Ausdrucksformen suchen, impliziert der Begriff Kunst, der permanente Revolution und Fortschritt beinhaltet. Natürlich reagiert der Künstler auf seine Zeit und ist ihr im Idealfall ein Stück voraus. Da aber heute das Design die Avantgarde überholt und ausgehöhlt hat, wie bereits erwähnt, ist es mit der Kunst ohne neuen entscheidenden Impuls nicht mehr weit her. Deshalb mein Statement: "Keine Kunst, kein Stil".

Welchen Rat würden Sie heute einem jungen Künstler geben, den Sie für talentiert und substantiell halten, damit er konsequent seinen Weg gehen kann?

Sie oder er sollte konsequent seinen Weg gehen.

Plätze: Wo gingen Sie früher hin, wohin heute, warum?

Damals: Ins "Roxy". Daneben gab's die "Petrusschänke“ und so ähnliche Absaufkneipen. Eine ganze Zeitlang war nur das "Roxy" ganz zentral. Kurz danach fing es an mit dem "Peppermint" auf der Zülpicher Straße, das ja auch ein Szene-Treff wurde, mehr musiker-betont, trotzdem waren auch viele bildende Künstler da. Ackfeld und ich - wir waren da auch immer. Das war aber mehr so die Schiene mit dem Zeltinger und der Truppe drumherum und von Tommy Engel, dem Sänger der "Bläck Fööss". Da kam so ein bisschen mehr die jüngere Generation. Da tauchte auch schon mal der Dahn auf. Es war ein sehr zentraler Platz eine ganze Zeitlang. Im "Plenum" war der Klauke oft - "CAN" und solche Leute. Und dann kam irgendwann das "Cafe Fleur" dazu - das war aber auch mehr Musikszene. Das "Plenum" war früher auch eher Musikszene. So dicht wie im "Roxy" war es nirgendwo sonst. Da waren fast nur Künstler und natürlich die Gucker drumrum. Heute gehe ich in teure Restaurants, weil das Essen meistens hervorragend ist und weil mir die Freunde zum Saufen ausgegangen sind.

Die Entwicklung der letzten 20 - 25 Jahre: Wie und wodurch ist Köln zur "Kunstmetropole" geworden?

Wie ich schon sagte: hohe Millionärsdichte, hohe Kaufbereitschaft, Zuzug von Künstlern und Galerien, ein wenig auch durch die Kulturpolitik der Stadt, aber vor allen Dingen durch das Engagement von Peter Ludwig. Ohne ihn sähe die Museenlandschaft in Köln heute sicherlich anders aus.

Wie sehen Sie die korrelative Entwicklung anderer "Kunst-Zentren" während dieser Zeit? Welche Alternativentwicklung hat z.B. Berlin nach Ihrer Meinung genommen - Vorrang, Ablösung? Was sind die Kriterien und Effekte? Falls andere für Sie relevante Regionalentwicklungen bedeutsam sind, welche, warum, mit welcher Perspektive?

Es gab und gibt keine anderen bedeutsamen Kunst-Zentren als New York und Köln; dies wird sich auch in den nächsten 20 Jahren nicht ändern. Ich teile nicht die Meinung der Leute, die sagen, Berlin werde das neue Kunst-Zentrum Deutschlands, auch wenn schon viele Künstler und Galerien nach Berlin gegangen sind. Natürlich wird in den nächsten Jahren der ganze Kulturetat in Berlin verbraten zum Schaden anderer Regionen. Ein Zentralismus wird sichtbar, wie z.B. in Frankreich, aber Berlin hat kein kunstförderliches Umland, und es ist nicht sicher, dass ausländische Investoren Berlin annehmen. So war, ist und bleibt Berlin immer Dreh- und Angelpunkt der deutschen Geschichte, aber immer nur in politischer Hinsicht, selten auch in kultureller. Andere relevante Regionalentwicklungen, wie z.B. in Frankfurt zeigen, dass es in kultureller Hinsicht nicht genügt, Geld in die Kulturszene zu pumpen, sondern es gehört auch ein Faktor X dazu, diese zum Gedeihen zu bringen. Während des Interviews kamen schon viele Galerien aus Berlin nach Köln zurück.

Unter einem solchen korrelativen Aspekt: Wie sind die Charakteristika Ihrer Arbeit, Ihre Entwicklung, Vorhaben und Resonanz im Vergleichsrahmen der überregionalen Entwicklung der letzten 20-25 Jahre zu sehen?

Länder, Orte und Plätze waren für meine Entwicklung nie wichtig. Ich kann das sagen, weil ich viele verschiedene Länder über längere Zeiträume kennen gelernt habe. Meine Entwicklung hat sich immer an mir selbst orientiert und hatte und hat das Ziel, die Malerei aufzulösen - deshalb auch mein bereits erwähntes Statement "Keine Kunst, kein Stil". Dass Köln, aber auch New York, Amsterdam oder Paris einen günstigen Einfluss auf meine Arbeiten hatten, will ich nicht bestreiten. Auch Zeit spielt eine untergeordnete Rolle, da Klarheit sich durch Zeit nicht verändert. Verändert hat sich in den letzten 20 Jahren meine wirtschaftliche Situation, ich habe heute Heizung. Mit der Resonanz auf meine Arbeit bin ich zufrieden, obwohl ich nicht auf den großen Trampelpfaden wandele – bei Hetzler, Werner, Achenbach, Fischer, Bischofberger, Castelli, Sonnabend usw. - setzten sich meine Erkenntnisse um die Forschung an Form und Farbe durch.

In diesem Zusammenhang abschließend die Bitte um Würdigung bzw. kritische Stellungnahme aus persönlicher Sicht zu Person und Arbeit verstorbener Kollegen (u. a. etwa Michael Buthe, Manni Löhe, Al Hansen).

Der Tod eines jeden Künstlers ist ein Verlust für die Gesellschaft, weil Kunst und Künstler Garanten eines friedlichen und kultivierten Miteinanders sind.